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Auftrag für die Welt

 

Matthäus 28,16-20

 

Die unterschiedlichen Begegnungen der Jünger mit ihrem auferstandenen Herrn münden in einem Treffen der engsten Anhänger Jesu mit ihrem Herrn auf einem Berg im heimischen Galiläa. Jesus will sich dort von ihnen verabschieden. Selbst in diesem feierlichen Moment, in dem die Jünger vor ihrem Herrn niederfallen, verschweigt der Evangelist die Tatsache nicht, dass einige der Jünger immer noch zweifeln (Vers 17). Bis zum letzten Moment des irdischen Weges mit Jesus erweisen sich die Jünger als unsichere Kandidaten; sie sind alles andere als glühende Fundamentalisten. Und doch schiebt Jesus die Zweifler nicht beiseite, sondern schließt sie in seinen weltumspannenden Auftrag mit ein: Der Messias, der sich während der Zeit seines irdischen Wirkens nur zu den „verlorenen Schafen“ des Hauses Israel gesandt sah (Matthäus 15,24), schickt nun seine Jünger in die ganze Völkerwelt: Alle sollen das Evangelium von Jesus hören, seine Jünger werden und sich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes taufen Lassen.

Dieser Auftrag - bekannt als "Missionsbefehl" - stellt eigentlich eine völlige Überforderung dar: Wie soll diese Hand voll einfacher, ungebildeter Männer, dazu noch unsicher in ihren Überzeugungen, einen so gewaltigen Auftrag erfolgreich ausführen? Das kann eigentlich nur in einem Desaster enden. Und doch lässt sich nicht bestreiten, dass dieser Auftrag durch eine 2000-jährige Geschichte hindurch verwirklicht worden ist. Aus einer kleinen, unbedeutenden jüdischen Sekte wird die weltweite Christenheit mit Gemeinden in nahezu allen Nationen und ethnischen Gruppen dieser Erde.

Doch das Geheimnis dieses erstaunlichen Wachstums liegt nicht in der Konsequenz und Ausdauer der Boten und der von ihnen verfolgten Strategie. Der Erfolg ist einzig in der Vollmacht des Auferstandenen begründet: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Vers 18). Seit seiner Auferstehung ist Jesus eben nicht mehr der ohnmächtig Leidende, sondern der sich machtvoll Durchsetzende, auch wenn sich sein Reich immer noch eher im Verborgenen und gegen den Widerstand anderer Mächte und Gestalten ausbreitet. Doch weil Jesus seinen Jüngern Anteil an der ihm verliehenen Vollmacht gibt und ihnen sein Mitsein „alle Tage bis an der Welt Ende“ (Vers 20) zusagt, geraten sie in seinem Namen auf die Siegerstraße.

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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