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Schöpfung aus dem Nichts

1. Mose 1,1 - 2,4a

 

 

 

 

 

Gleich zweimal (1. Mose 1,1-2,4a und 2,4b-25) wird uns am Anfang der Bibel die Erschaffung der Welt und des Menschen erzählt. Wir beschränken uns auf den ersten Schöpfungsbericht. Er ist wie eine Litanei aufgebaut mit einem ständig wiederkehrenden Rhythmus: Am Anfang steht jeweils der Befehl des Schöpfers (Und Gott sprach...), der dann ausgeführt wird. Daneben wird vom Handeln Gottes direkt geredet: Und Gott machte ... schied ... nannte ... segnete. Und schließlich werden die einzelnen Etappen der Schöp­fung mit dem Kommentar abgeschlossen: Und Gott sah, dass es gut war. Ja, am Ende wird der gesamten Schöpfung sogar die Note sehr gut gegeben (Vers 3 1).

Natürlich will der Schöpfungsbericht nicht wie ein naturwissenschaftliches Protokoll gelesen werden. Es geht dem Erzähler weni­ger um das Wie der Schöpfung, sondern dass Gott ihr Schöpfer ist. Er braucht dazu keine Vorgaben. Es ist eine Erschaffung aus dem Nichts heraus: Diese Deutung legt das hebräische Wort für schaffen (= bara) nahe. Und doch überrascht der Schöpfungsbericht damit, wie exakt er das Entstehen des organischen Lebens auf unserem Globus beschreibt: In das Chaos (hebräisch = tohuwabohu - wüst und leer) der Materie Erde greift Gott durch die Scheidung von Wasser und Festland ordnend ein. Durch die Gestirne wird zunächst Vegetation möglich. Es folgt das tierische Leben - bis schließlich der Mensch geschaffen wird. Viel genauer können es auch die Naturwissenschaftler von heute nicht sagen.

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde (Vers 27). Größeres als dies kann wohl nicht vom Menschen ausgesagt werden. Gott hat nicht Maß genommen an einem affenähnlichen Wesen, sondern an sich selbst, als er den Menschen schuf. Gott wollte den Menschen als ein Gegen-über, das ihm in freier Partnerschaft entsprechen sollte. Keine Marionette, sondern ein ebenbürtiges Du.

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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