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Der Bund mit Noah –

Gottes inkonsequente Güte

1. Mose 8,1 - 9,17

 

 

 

Spannend, bis in Einzelheiten hinein wird in 1.Mose 8 geschildert, wie die Flut langsam zurückgeht, das Wasser sinkt und die Erde wieder zum Vorschein kommt. Eine von Noah ausgesandte Taube (Verse 8ff) spielt dabei eine besondere Rolle: Mit dem Ölblatt im Schnabel ist sie zu einem weltweiten Symbol des Friedens geworden. Dieser Friede gründet allerdings nicht auf menschlichen Friedensbemühungen, sondern vor allem darauf, dass Gott sich den Menschen neu zugewandt und der vernichtenden Sintflut ein Ende gemacht hat.

Nach der Sintflut sind die Menschen immer noch dieselben (vergleichen Sie dazu einmal 1. Mose 6,5 und 8,21). Doch nun zieht Gott genau die entgegengesetzte Konsequenz aus der Verderbtheit des Menschen. Obwohl das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse von Jugend auf ist, will Gott die Menschheit nicht mehr vernichten. Staunend stehen wir vor diesem Gegenüber von menschlicher Bosheit und göttlicher Güte. Seit Noahs Tagen leben wir von dieser inkonsequenten Güte Gottes, die auch in der späteren Geschichte Israels bzw. der Völkerwelt immer wieder die Oberhand gegenüber seinem Zorn behalten wird.

An der Wende der Epochen, die die Flutgeschichte bezeichnet, wird uns eine die gesamte Menschheitsgeschichte umfassende Verheißung gegeben: Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht (Vers 22).

Zur Vergewisserung dieser Zusage schließt Gott mit Noah einen Bund (Kapitel 9, Verse 8ff). Es ist der erste Bund Gottes mit uns Menschen, dem später noch andere Bundesschlüsse folgen werden - bis zu jenem neuen Bund, den Jesus mit seinem Blut, d.h. dem Opfer seines Lebens am Kreuz, ein für allemal zum Heil aller Menschen besiegeln wird (Matthäus 26,28). In dem Noah-Bund werden aber nicht nur Noah, seine Familie und seine Nachkommen einbezogen, sondern ebenso die außermenschliche Kreatur (Vers 10). Als Zeichen des Bundes setzt Gott den Regenbogen in die Wolken. Er kündet bis heute von der Verlässlichkeit der Zusage Gottes.

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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