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Das Volk Israel

in Ägypten – und

sein dramatischer Auszug

 

Abrahams Glaube wurde von Gott auf eine harte Geduldsprobe gestellt. 100 Jahre alt ist er, bis Gott schließlich sein Versprechen eines leiblichen Nachkommen mit der Geburt Isaaks einlöst. Noch einmal wird Abrahams Vertrauen in Gottes Zusagen einer grausamen Prüfung unterzogen, als ihm befohlen wird, seinen Sohn zu opfern. Erst im letzten Moment verhindert Gott die Tötung Isaaks, als er sieht, dass Abraham selbst zu diesem äußersten Opfer bereit ist. Alt und lebenssatt stirbt Abraham schließlich im Alter von 175 Jahren. Beerdigt wird er in der Höhle von Machpela in Kanaan, östlich von Mamre. Abraham hatte das Grundstück, auf dem diese Höhle lag, käuflich erworben. Es sollte bis zu seinem Lebensende das einzige Stück Land in Kanaan sein, das ihm gehört. Erst seine Nachkommen werden einmal das Land besitzen, in das Abraham aufgebrochen war - so hatte es Gott versprochen (1. Mose 15,18). Der Abraham- folgt die Isaak-Geschichte. An diese wiederum schließen sich die Jakob-Esau-Geschichten an. In dieser Geschichte betrügt Jakob seinen älteren Bruder um den Segen des alt und blind gewordenen Vaters Isaak. Der lange Konflikt endet schließlich in der Versöhnung zwischen beiden.

Den Schluss der Vätergeschichten bildet die Josef-Erzählung. Ihre wichtigste Funktion besteht darin, den Schauplatz der Vätergeschichte -Kanaan - mit dem der Volksgeschichte, die mit der Befreiung aus Ägypten beginnt, zu verbinden. Die Josef-Erzählung antwortet auf die Frage: Wie sind die Väter überhaupt nach Ägypten gekommen? Darauf gibt die Erzählung zwei Antworten: Josef kommt nach Ägypten, weil seine neidischen Brüder ihn nach dort verkauft haben. Diese wiederum werden durch eine Hungersnot gezwungen, nach Ägypten zu ziehen, wo sie schließlich bleiben.

Die Sippe Josefs samt seinen Brüdern und deren Familien leben zunächst gut und sicher in Agypten. Sie zeugen viele Kinderund mehrten sich und wurden überaus stark, so dass von ihnen das Land voll ward, lesen wir zu Beginn des 2. Buch Mose. Den Machthabern in Ägypten sind diese Fremden jedoch zunehmend ein Dorn im Auge, und so werden sie zum Frondienst gezwungen. Die Geschichte einer jahrhundertelangen Sklaverei beginnt. Es ist schließlich Mose vorbehalten, sein Volk aus der Hand der Ägypter zu befreien.

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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