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Feuer im Busch:

Die Berufung des Mose

 

2. Mose 3

 

 

 

Das 2. Buch Mose beginnt mit der Schilderung der Unterdrückung der Israeliten im ägyptischen Exil. Obwohl zu harter Zwangsarbeit verurteilt, wächst das Volk Israel unaufhörlich. Ägyptens Pharao greift zu drakonischen Zwangsmaßnahmen, um das Bevölkerungswachstum der Israeliten zu stoppen. Doch seine Anordnung, alle männlichen Nachkommen der Gastarbeiter sofort nach der Geburt zu töten, wird von den israelitischen Hebammen geschickt unterlaufen. Auf wunderbare Weise bewahrt wird auch das Baby, das seine Mutter kurz nach der Geburt im Schilf des Nilufers versteckt. Von einer ägyptischen Prinzessin beim Baden entdeckt, erhält es den Namen Mose und wird fortan am königlichen Hof großgezogen. Dieser kleine hebräische Junge scheint das große Los gezogen zu haben: Ein Leben in Glanz und Wohlstand, fernab von den geschundenen Volksgenossen. Doch Mose, inzwischen zum Mann gereift, vergisst seine Herkunft nicht. Empört über die Menschenschinderei erschlägt er einen ägyptischen Aufseher. Doch die erhoffte Solidarität unter den Israeliten bleibt aus. Mose muss fliehen.

Viele Jahre lebt er als einfacher Hirte unter den Midianitern. Die Erinnerung an die Zeit in Ägypten ist längst verblasst. Da macht er eines Tages eine sonderbare Entdeckung: Er sieht vor sich einen brennenden Dornbusch. Die Neugier treibt ihn zu diesem unerklärlichen Phänomen: Etwas, was brennt - und doch nicht verbrennt?!

Aus anderen Bibeltexten wissen wir, dass die Gegenwart Gottes als des Heiligen und Unnahbaren häufig mit verzehrendem Feuer in Verbindung gebracht wird. Deswegen zieht Mose seine Schuhe aus und verhüllt sein Angesicht. Aber Gott bleibt nicht der Unnahbare, vor dem der Mensch in Erfurcht erstarrt. Denn er ist herabgestiegen (Vers 8), um dem Leiden seines Volkes ein Ende zu machen. Mose soll Israel in die Freiheit führen. Er, der einst als junger Rebell so kläglich scheiterte, erschrickt angesichts dieses gewaltigen Auftrages Gottes. Wer bin ich denn schon? Da ist keine Spur mehr von dem jugendlichen Draufgänger, der die Befreiung seines Volkes notfalls auch im Alleingang schaffen wollte. Manchmal muss ein Mensch erst an sich selbst scheitern, bevor ihn Gott für seine Ziele gebrauchen kann.

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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