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Gottes

Offenbarung

am Sinai

 

2. Mose 19

 

Steht bis heute das Wunder der Befreiung ganz im Zentrum jüdischen Glaubens - das wichtigste jüdische Fest Pessach bzw. Passa wird in Erinnerung daran gefeiert -, so ist die Geschichte des Auszugs alles andere als eine Siegerstory. Kaum sind die Israeliten ihre schlimmen Unterdrücker los, da beginnt auch schon die Unzufriedenheit - und damit die Verklärung der eigenen Vergangenheit. Auf seiner 40-jährigen Wüstenwanderung wird das Volk Israel immer wieder neu meckern und murren über die Bedingungen der Freiheit.

Umso erstaunlicher ist darum die Tatsache zu werten, dass Gott seine Lust an diesem undankbaren Volk nicht verliert und sich nicht enttäuscht von ihm abwendet. Im Gegenteil!

Das 2. Buch Mose schildert in immer neuen Variationen, wie Gott sein Volk führt und leitet (durch die Wolken- und Feuersäule); wie er es in der Wüste versorgt (mit Wachteln und Manna); wie er mit ihnen einen Bund schließt und ihnen durch Mose die Ordnung für diesen Bund (die Zehn Gebote) übermittelt. Es ist schon faszinierend zu lesen, wie Gott trotz ständiger Eskapaden der Israeliten zu diesem Volk steht.

Mose wächst dabei in eine besondere Rolle als Mittler zwischen beiden hinein. Der Berg Sinai - später im Alten Testament auch Horeb genannt - erhält dabei eine besondere Bedeutung. Mose darf Gott als Einziger nahen und dem Volk die Botschaft überbringen, dass Gott Israel als sein Eigentumsvolk auserwählt hat. Zugleich aber hält Gott auf Abstand - und gibt dazu Mose sehr detaillierte Anweisungen, wie sich das Volk verhalten soll.

Uns muten diese Anweisungen eigentümlich fremd an, doch ist die damit verbundene Aussage klar: Gott ist nicht nur der liebende, sondern zugleich der heilige und erhabene Gott, in dessen Herrlichkeitsglanz sterbliche Menschen vergehen müssten. Es wird noch eine lange Zeit dauern, bis das Trennende zwischen Gott und den Menschen endgültig überwunden und eine ungetrübte Harmonie zwischen ihnen wieder möglich sein wird.

 

Klaus Jürgen Diehl

 

 




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