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Der Bundesschluss

am Sinai

 

2. Mose 24

 

 

 

Der große Tag der Vertragsunterzeichnung ist gekommen. Gott bindet sich für alle Zeiten an Israel als sein auserwähltes Volk. Wahrlich keine gleichrangigen „Vertragspartner“: Auf der einen Seite der Herr der Welt - und auf der anderen Seite ein ehemaliges Sklavenvolk, mit dem kaum Staat zu machen ist. Eigentlich sieht alles mehr nach der Adoption eines armen Waisenkindes aus.

Ein Altar und zwölf Steine. Mose malt dem Volk ein Bild vor Augen, das sie die Ereignisse des Tages sehen lässt. Der Altar steht für Gott, die zwölf Steine für die zwölf Stämme Israels. Als Mose schließlich den Altar mit dem Blut eines geschlachteten Opfertieres besprengt und dabei auch das Volk mit einbezieht, spürt es hautnah: Jetzt sind wir ganz eng mit Gott verbunden. Blut als das entscheidende Symbol für Leben wird in der Geschichte Gottes mit Israel und schließlich mit der gesamten Menschheit eine ich diese entscheidende Bedeutung behalten. Es ist am Ende Jesus selbst, der wenige Stunden vor seiner Hinrichtung die Worte des Mose „Seht, das Blut des Bundes!“ wieder aufnimmt. In der Feier des Abendmahles begründet er den neuen Bund, der durch sein Blut Gott und die Menschen für immer versöhnt (Matthäus 26, 28).

Außergewöhnlich, ja einzigartig für das Alte Testament ist in unserem Text eine andere Bemerkung. Mose steigt mit den Ältesten als Abordnung des Volkes auf den Gipfel des Berges. Dort dürfen sie den Gott Israels sehen. Gott gewährt in seiner Heiligkeit und dem verzehrenden Glanz seiner Herrlichkeit sterblichen Menschen einen Moment des Schauens. Erst ganz am Ende der Bibel, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde geschaffen hat, werden die Erlösten mit Gott in wunderbarer Harmonie für immer zusammen leben. Dann wird Gott abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein... (Offenbarung 21,4).

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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