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Gottes Zusage

an David und sein Königtum

 

2. Samuel 7

 

 

Kaum war Jerusalem zur neuen Residenz für das unter David geeinte Reich geworden, da möchte der neue König die Stadt auch zum religiösen Mittelpunkt für Israel machen. Aus diesem Grund holt er die Bundeslade mit den Gesetzestafeln nach Jerusalem. Doch seine Pläne gehen noch weiter: Er will in Jerusalem einen Tempel bauen, in dem die lange vernachlässigte Bundeslade eine endgültige Heimstatt finden soll. Der Prophet Nathan - von dieser Idee zunächst sehr angetan - wird von Gott selbst "zurückgepfiffen": Nicht David soll Gott ein Haus errichten, vielmehr will Gott dem David ein Haus bauen und sagt ihm für die Zukunft das ewige Bestehen seines Königtums zu (Vers 16).

 

Eine in ihrer Bedingungslosigkeit geradezu atemberaubende Aussicht: Davids Dynastie soll durch den wechselvollen Lauf der Geschichte für immer Bestand haben. Geschichtlich in Erfüllung gegangen ist diese Verheißung offensichtlich nicht: Der letzte Spross aus der Dynastie Davids, Jojachim, endet ca. 4 Jahrhunderte später im babylonischen Exil. Doch obwohl die Verheißung vom ewigen Königtum Davids im Widerspruch zum politischen Niedergang Israels steht, haben insbesondere die Propheten bis zuletzt daran festgehalten, besonders Jesaja und Micha. Erfüllt haben sich die Zusagen Gottes aber am Ende auf eine völlig andere, unerwartete Weise: Insbesondere der Evangelist Lukas macht deutlich, dass die Verheißung an David ihre endgültige Erfüllung im Kommen des einfachen Zimmermannssohnes Jesus von Nazareth - Nachfahre des großen David: vgl. Matthäus 1 - findet. Von dieser Erfüllung her liegen die Größe und die Begrenzung der Dynastie Davids in der schattenhaften Vorabbildung dessen, was in Jesus als dem Reis aus dem Stamm Isais (Jesaja 11,1) für alle Welt kommen sollte.

 

David selbst reagiert auf die ihm von Nathan überbrachte Verheißung Gottes auffallend demütig. Wo andere Machthaber sich längst zur Überheblichkeit hätten hinreißen lassen, will David nicht mehr als ein Werkzeug in Gottes Hand sein. Und auch wenn es in seinem späteren Leben noch manche Verfehlung geben wird, so stellt sich dieser König doch seiner Schuld und weiß, dass auch er Gottes Vergebung bedarf (vgl. Psalm 51; vgl. unten Nr. 25).

 

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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