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Verheißung des
kommenden Friedefürsten

Jesaja 9,1-6 und 11, 1-16

 

 

Bei seiner Berufung enthält Jesaja den Auftrag, einem verstockten, tauben Volk das drohende Gericht Gottes anzusagen. Das geschieht dann während der langen Wirksamkeit Jesajas auch auf vielfältige Weise. So finden wir in der Botschaft des Propheten immer wieder den anklagenden Ruf gegen den erstarrten und unechten Opfergottesdienst, der wie selbstverständlich mit himmelschreiendem sozialen Unrecht einhergeht: „Eure Hände sind voll Blut!“ (Jesaja 1,15)

 

Den Königen in Jerusalem, die auf politischen Koalitionen mit Nachbarvölkern ihre Sicherheit gründen wollen, kündigt Jesaja das Scheitern ihrer Bemühungen an, weil sie sich – statt auf Gott – auf ihre Bündnisse und Waffen verlassen. Und schließlich werden in das angekündigte Gericht in den so genannten „Völkersprüchen“ immer wieder auch die umliegenden Völker mit einbezogen.

 

 

Und doch ist die Botschaft Jesajas nicht aufgrund seiner zum Teil sehr drastischen Gerichtsankündigungen unvergessen geblieben, sondern weil er im Auftrag Gottes zum Künder einer neuen Heilszeit werden durfte. Wir entdeckten schon den Hoffnungsschimmer am Ende der Berufungsgeschichte: Durch den bevorstehenden Zusammenbruch hindurch wird ein heiliger Rest – ein Stumpf – übrig bleiben, aus dem schließlich ein neuer Zweig sprossen wird.

 

Es sind vor allem die Weissagungen aus Jesaja 9, 1-16 und 11, 1-16, die uns als Ankündigung der Geburt des künftigen Messias aus der Advents- und Weihnachtsgeschichte vertraut sind. Denn die von besonderer Vollmacht kündenden Namen und die für immer bestehende Friedensherrschaft des angekündigten Friedefürsten (Jesaja 9, 5.6) weisen über alle irdischen Nachkommen aus der Dynastie Davids hinaus. Das Neue Testament sieht darum im Kommen Jeu, der als das „Licht der Welt“ (Johannes 8,12) alle Finsternis vertreibt, die Erfüllung der Verheißungen Jesajas. Jesu Friedensreich hat allerdings keinen machtpolitischen Charakter, sondern ist die Bekundung des von nun an die ganze Welt umspannenden Heilswillen Gottes: Er will, dass alle Menschen erlöst werden.

 

Auch wenn die in Jesaja 11 geschilderte Befriedung der gesamten Schöpfung noch aussteht, so glauben wir Christen, dass mit der Wiederkunft Jesu Christi unsere Welt die lang ersehnte Zeit des Aufatmens erleben wird.

 

 

Klaus Jürgen Diehl

 




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