Unbenanntes Dokument


Ein neues Haus
für Gott

 

Haggai 1, 1-2, 23

 

 

 

Zwar hatten die Juden nach der Rückkehr aus babylonischer Gefangenschaft mit dem Wiederaufbau des zerstörten Tempels begonnen, doch der Aufbauwille erlahmte rasch. Zu groß war die wirtschaftliche Misere, der Kampf ums eigene Überleben, als dass man sich weiter für den Aufbau des Tempels einsetzen wollte. In dieser Situation beruft sich Gott mit Haggai einen Propheten, der in dem Wiederaufbau des Tempels die entscheidende Voraussetzung für das Kommen Gottes, und d.h. für den Anbruch einer neuen Heilszeit sieht. Für Haggai entscheidet sich in der Einstellung zum Tempel die Frage von Glaube und Unglaube.

 

Dem Argument, es sei jetzt einfach nicht die Zeit, den Tempel aufzubauen, man habe im Augenblick Dringlicheres zu tun, hält Haggai entgegen: Israel ist nicht mehr Israel, wenn es nicht zuerst nach dem Reich Gottes trachtet. Dass es dem Volk materiell so schlecht geht, sei ein Beleg dafür, dass die Menschen viel zu sehr mit sich selbst statt mit Gottes Sache beschäftigt seien. Würden sie vorrangig den Tempelbau vorantreiben, dann könnten sie erfahren, wie Gott sie auch sichtbar mit üppigen Ernten segnet.

 

Es gelingt Haggai, mit dem Statthalter Serubbabel, einem Enkel des unglücklichen Königs Jojachim, und dem Hohenpriester Josua zwei wichtige Verbündete für sein Anliegen zu gewinnen. Auch im Volk findet Haggais Botschaft Gehör. Und mit einem Mal geht ein Ruck durch das Volk: Die Menschen krempeln die Ärmel auf und setzen das liegengebliebene Werk fort.

 

Zwar spiegelt das neue Haus Gottes nicht annähernd die Größe und den Glanz des früheren, von Salomo gebauten Tempels wider, aber entscheidend ist, dass Gott seine Gegenwart und das künftige Heil für Israel daran bindet. Trotz aller Unscheinbarkeit wird der neue Tempel darum herrlicher sein als sein beeindruckender Vorläufer.

 

 

Klaus Jürgen Diehl

 




© Nachdruck und Veröffentlichung nicht gestattet. Nur zum persönlichen Gebrauch.
gott.net e. V., Am Denkmal 2, 48249 Dülmen Tel.: 02590-915 810
E-Mail: info@gott.net, Internet: www.gott.net
Spendenkonto: Nr. 88080 bei der KD-Bank Dortmund (BLZ 350 601 90).