Unbenanntes Dokument


Was ist
eigentlich
die Zeit?

 

 

Die Uhrzeit, die Lebenszeit, die Arbeitszeit und die Freizeit? Wer philosophische, psychologische und physikalische Informationen sucht, der rufe den Titel Zeit bei google auf, da rauscht es wie ein Wasserfall. Wer jedoch über den Glauben mehr wissen möchte, als Geistes– und Naturwissenschaften zu bieten haben, der gehe noch ein paar Schritte weiter mit in dieser Spur.

 

Im Neuen Testament finden wir zwei wichtige griechische Worte für Zeit: Chronos und Kairos.

 

Chronos steht für die Uhrzeit und für die Kalenderzeit. Die Uhr, früher auch Chronometer genannt, dreht ihre Zeiger immer rundherum und wieder rundherum. Sie kommt an jedem Tag zweimal bei der 12 auf dem Zifferblatt an. Der Kalender beginnt mit dem 1. Januar und schließt mit dem 31. Dezember. Der Terminkalender zeigt es mir. Und schon beginnt das neue Jahr. Die 356 Tage laufen ab und davon.

 

Dieser Fakt ist uns bekannt, wir erleben es ja von Sekunde zu Sekunde. Doch ist das dramatische bei der ablaufenden Zeit unseres Lebens, dass jede Sekunde, Minute und Stunde, nie mehr wiederkehrt. Sie ist vorbei, davongeeilt. Wir stellen uns auf eine Brücke und erleben, wie ein ICE unter uns hindurchbraust. Wir werden diese Sekunden nie mehr erleben. Es werden andere Züge kommen, doch nie mehr dieser Zug in den zwei Minuten dieses Tages unter der Brücke.

 

Die Zeit vergeht, was haben wir in ihr mit ihr gemacht? Zerfasert, ignoriert, nur zu Geld gemacht, oder für die wesentlichen Inhalte des Lebens genutzt? Für die Liebe, für Menschen, die uns brauchten, für die stillen Minuten vor Gott.

 

Kairos heißt das zweite griechische Wort im Neuen Testament. Es ist die „gefüllte Zeit“, die besondere Stunde, der rettende Zeitpunkt, den wir erleben. Der Kairos tritt ein, wenn zwei Menschen ihre Liebe zueinander entdecken. Die Hochzeit nannten die Griechen wohl einen Kairos. Die Geburt eines Kindes ist für die Mutter, ihr Kind wie für den Vater und die Geschwister sozusagen „kairotisch“. Ein Mensch hört den Ruf Gottes, nicht akustisch, sondern spirituell. In einem Gottesdienst, bei einem Gespräch, während einer Krankheit, bei einer das Leben erschütternden Erfahrung, das ist ein Kairos. Gemeint sind nicht nur traurige Zeitpunkte, auch begeisternde Erfahrungen gehören dazu. Es kommt der Kairos Gottes zu uns, die mit Gottes Gegenwart gefüllte Zeit. Da heißt es aufpassen. Was hat die Glocke geschlagen? Gottes Stunde springt hinein in die Planung unseres Terminkalenders. Die Umkehr in die lebenslange Verbindung mit Jesus Christus war bei uns nicht vorgesehen, doch plötzlich hat uns die Liebe erwischt, Gottes Liebe. Das Leben kann noch einmal beginnen.

 

 

Johannes Hansen

 

 

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterZeit ist…

 




© Nachdruck und Veröffentlichung nicht gestattet. Nur zum persönlichen Gebrauch.
gott.net e. V., Am Denkmal 2, 48249 Dülmen Tel.: 02590-915 810
E-Mail: info@gott.net, Internet: www.gott.net
Spendenkonto: Nr. 88080 bei der KD-Bank Dortmund (BLZ 350 601 90).