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Pfingsten –
Geburtstag der Kirche

 

Apostelgeschichte 2

 

 

Nach dem Abschied ihres Herrn und Meisters wagen die Anhänger Jesu mit ihrer Botschaft noch nicht den Schritt in die Öffentlichkeit. Doch als sie plötzlich am Pfingsttag mit wundersamen Begleitumständen von der Kraft des heiligen Geistes erfasst werden, drängt es sie unmittelbar darauf, den aus allen Ecken und Enden des Römischen Reiches in Jerusalem zusammengeströmten Festpilgern von den großen Taten Gottes (Vers 11) zu erzählen. Die Reaktion ist zunächst zwiespältig: Während die einen verwundert sind, dass sie die Botschaft in ihrer vertrauten Heimatsprache erreicht, halten andere die eifrigen Prediger für betrunkene Spinner. Doch Petrus ergreift die Gelegenheit beim Schopf, um den Zuhörern das Geschehen von der Prophezeiung des Joel her zu deuten (Joel 3,1-5): Schon dort wird die Ausgießung des Geistes Gottes auf alles Fleisch (Vers 17) geweissagt. In seiner unmittelbar daran anschließenden Missionspredigt verdeutlicht Petrus an verschiedenen alttestamentlichen Zitaten, dass Jesus der schon vor langer Zeit verheißene Messias ist, der zwar nach Gottes geheimen Ratschlag dahingegeben war, doch von ihm wieder auferweckt und durch die Erhöhung zu seiner Rechten endgültig zum Herrn und Christus gemacht wurde (Vers 36).

 

Die auf das Gewissen seiner Zuhörer zielende Predigt (vgl. die persönliche Zuspitzung in den Versen 23 und 36!) verfehlt ihre Wirkung nicht. In ihren Herzen getroffen fragen die Menschen, was sie tun sollen. Petrus verlangt nun keine religiösen Vorleistungen als Beweis für die Echtheit ihres Verlangens. Er verkündet schlicht die Notwendigkeit persönlicher Umkehr (Tut Buße…) und die Taufe auf den Namen Jesu Christi als Bekenntnis zur Zugehörigkeit zu ihm. Die darauf folgenden Ereignisse unterstreichen die weit reichenden Konsequenzen des Schrittes zur Taufe: Insgesamt 3000 Menschen schließen sich der kleinen Gemeinschaft der Jesus-Jünger an. Ihr junger Glaube wird durch die Unterweisung der Apostel verwurzelt und ihre Gemeinschaft durch regelmäßiges Gebet, durch Mahlfeiern und durch eine herzliche Gemeinschaft untereinander gestärkt und gefestigt. Im Überschwang ihres neu gefundenen Glaubens teilen sie sogar Hab und Gut miteinander. Zugleich bekunden sie damit, dass der Glaube an Christus Auswirkungen bis in den Umgang mit materiellen Gütern hat.

 

 

 

Klaus Jürgen Diehl




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