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Gerecht
durch den Glauben

 

 

Römer 3,21-31

 

 

 

 

Im 1. Teil des Römerbriefes (1,18-3,20) legt Paulus dar, warum die gesamte Menschheit unter dem Zorn Gottes steht. Denn weder haben die Heiden Gott die Ehre gegeben, obwohl sie ihn von der Schöpfung her erkennen können, noch haben die Juden die Forderungen des ihnen offenbarten Gesetzes erfüllt und die aus ihrer Zugehörigkeit zum Volk Gottes folgenden Verpflichtungen eingehalten. So stehen beide, Heiden wie Juden, unter der Herrschaft der Sünde, ohne Chance, mit ihrem Leben vor Gott bestehen zu können.

 

Doch dann setzt Paulus mit dem „Nun aber...“ (Vers 21) den erlösenden Kontrapunkt – und damit beginnt das große Aufatmen. Denn in der Zwischenzeit ist eine ungeheure Veränderung eingetreten: Es ist das „Jetzt" der neuen Weltzeit, die mit Jesus Christus angebrochen ist. So wie vor dem Kommen Jesu der Zorn Gottes über alle Sünder die beherrschende Wirklichkeit war, so ist es nun die Gerechtigkeit Gottes. Es ist nicht eine fordernde Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit, mit der Gott die Sünder, Heiden wie Juden, ohne ihr Verdienst gerecht macht. Standen wir eben noch als Angeklagte vor Gottes Gericht und mussten mit Verurteilung rechnen, so werden wir jetzt in einem Urteil in letzter Instanz für gerecht erklärt und können als Freigesprochene den Gerichtssaal verlassen.

 

Die Gerechtigkeit Gottes ist die neue Wirklichkeit mitten in der Welt. Allen Menschen gilt die Rechtfertigung, die Gott selbst initiiert und Jesus durch sein Sterben am Kreuz bewirkt. Allerdings werden wir Nutznießer dieser neuen Gerechtigkeit allein durch den Glauben an Jesus Christus (Verse 22, 25, 28). Dieser Glaube ist nichts anderes als das dankbare Annehmen des Urteils, das Gott aus Erbarmen mit uns Menschen gesprochen hat. Dieses Urteil lautet: Freispruch.

 

Weil Paulus aus eigener Vergangenheit weiß, wie schnell Menschen zu fromm getarnter Überheblichkeit neigen, stellt er noch einmal klar: Stolz und Selbstruhm sind jetzt ausgeschlossen. Wer aus der Gnade lebt, soll Gott für seine Barmherzigkeit rühmen; sich selbst jedoch nicht für besser als andere halten.

 

 

 

Klaus Jürgen Diehl




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