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Bei einem Jünger
fällt der Groschen
 

 

(Johannes 20, 1-18)

 

Der Morgen ist noch dunkel. Die Stadt noch nicht erwacht. Doch Petrus und ich können nicht schlafen. Unser Herr ist tot. Gekreuzigt von den Römern. In den Tod getrieben von unserem eigenen Volk. Wir haben gedacht, er wär Gottes Sohn. Heute trauern wir um einen Menschen.

 

Wer hämmert um diese Uhrzeit an die Tür? Die Soldaten? Wollen sie uns etwa auch verhaften, weil er unser Freund war? Aber das ist doch Marias Stimme! Die Frau ist völlig hysterisch. Bringt keinen vollständigen Satz heraus. Wir verstehen nur: Grab - leer. Jesus - weg. Scheinbar hat sie seinen Tod nicht verkraftet. Jetzt hat sie Wahnvorstellungen.

 

Doch sie gibt keine Ruhe. Wir müssen selbst nachsehen, was los ist. Wir stolpern durch die Dunkelheit. Da ist das Gra... Ich glaube nicht, was ich sehe. Der schwere Stein vor dem Eingang ist weggerollt. Wer war das? Grabräuber? Hier gab es nichts zu holen - außer ihm selbst. Und wer stiehlt einen Toten?

 

Petrus stürzt in die Felsenkammer. Ich stehe wie gelähmt an der Öffnung. Habe Angst vor dem, was ich sehen werde. Dann gehe ich doch hinein. Etwas Weißes schält sich aus dem Dunkel. Die... die Leinenbinden sind noch da? In sie hatte man Jesus gewickelt. Und das Tuch, mit dem sein Gesicht bedeckt war! Jemand hat es zusammengefaltet!

 

Es passiert wie ein Blitz vom Himmel. In diesem Moment glaube ich es. Weiß ich es. Gegen alle Vernunft. Jesus ist von den Toten auferstanden. Wie er gesagt hat.

 

 

 

Aus: Facts-Kalender

Text: Gunhild Aiyub, Illustration: Christian Habicht




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