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Gott ist pro
Römer 8,31-39
Zu Beginn des 2. Hauptteils des Römerbriefes entfaltet Paulus die Botschaft von der Glaubensgerechtigkeit. Dort, am Anfang, hatte er sie als sein Glaubensbekenntnis formuliert; nun schließt er seine Darlegung mit einem jubelnden Bekenntnis ab. Dem entspricht, dass Paulus in Römer 3,21 bis 8 fast durchgehend in der ersten Person spricht: Das theologische Durchdenken und Erklären der Glaubensgerechtigkeit kommt vom Bekenntnis her und mündet wieder in das Bekenntnis ein. Damit soll deutlich werden: Es handelt sich nicht um ein blutleeres, theologisches Gedankengebäude, sondern um eine die menschliche Existenz grundlegend verändernde Wirklichkeit.
In beinahe hymnischen Ton bekennt Paulus seine Zuversicht: Gott ist für uns. Er hat uns in Christus alles geschenkt. Darum kann uns nichts mehr von seiner Liebe trennen, komme, was da wolle.
Solch auftrumpfende Gewissheit erscheint beim Lesen suspekt: Klingen diese Sätze nicht allzu kühn und selbstsicher? Woher nimmt Paulus diese Sicherheit? Jedenfalls nicht aus sich selbst: Paulus ist nicht von der Unerschütterlichkeit seines Glaubens überzeugt, sondern von der grenzenlosen Güte Gottes. Darum ist sein Bekenntnis, so überschwänglich es klingt, im Kern doch ein nüchternes Bekenntnis. Denn es verschweigt ja nicht die vielfachen Gefährdungen menschlichen Lebens. Paulus hat es ja oft genug am eigenen Leib leidvoll erfahren, wovon er hier schreibt: Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert (Vers 35). Man lese nur einmal die erschütternde Auflistung aller seiner im Dienst für Jesus durchgemachten Leiden in 2. Korinther 11,16-33! Nein, Paulus hebt von der Wirklichkeit des Lebens nicht schwärmerisch ab. Er verschweigt auch nicht jene oft unsichtbaren Mächte und Instanzen, die den Menschen in ihren Würgegriff nehmen und von Gottes Seite losreißen wollen: Todesangst und Lebensgier; okkulte Einflüsse und dämonische Verführung. Das alles hat viel Macht, aber es vermag Christen nicht mehr von Gott zu trennen. Der Heiden-Respekt, den viele noch vor diesen Mächten und Gewalten haben, wird bei Christen abgelöst durch die Gewissheit einer letzten, tiefen Geborgenheit bei Gott. Sie wissen, dass Gott sie nicht vor, aber im Leid bewahrt und ihnen hilft, es im Glauben zu bewältigen.
Klaus Jürgen Diehl 
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