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Schüler Gottes

 

 

Da murrten die Juden gegen ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen? Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.

  

Johannes 6, 41-45

 

 

 

Schüler Gottes sein? Dann werden wir ihm gelegentlich Streiche spielen. Manche Predigt, mancher Hirtenbrief, mancher Erlass aus Rom und viele dicke Bücher müssten unter dieser Rubrik gewürdigt werden. Bekommen wir Hausaufgaben? Tätige Nächstenliebe, Schriftlesung, Nachtgebet, es darf auch ein bisschen mehr sein.

 

Gibt es Klassenarbeiten? Tests? Die Geschichte stellt uns häufig auf die Probe. Tyrannen: Nero, Hitler, Pinochet. Querdenker: Galileo, Luther, Drewermann. Verführer: Spendengeld und Kirchensteuer, Sendeplätze und Statistik. Die Notenskala für Christen geht von „Sehr gut“ bis „ungenügend“.

 

Repetitio est mater studiorum. Daher wollen wir die Liturgie jährlich und die Sonntagslesungen alle drei Jahre wiederholen.

 

Mit guten Nebensitzern kommt man besser ins Reich Gottes. David und Jonathan, Maria und Elisabeth, Paulus und Barnabas, Franz und Clara. Strafarbeiten werden nicht im Beichtstuhl vermittelt, sondern nach den Worten von Gorbatschow: Wer zu spät kommt, den bestraft die Kirchengeschichte.

 

Kirche ist immer ein fliegendes Klassenzimmer.

 

 

Michael Graff

 




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