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Martin
Luther
King

 

 

Der schwarze Baptistenpastor (1929 – 1968) galt als die führende Persönlichkeit der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und als Vordenker des gewaltlosen Widerstandes.  Seine Kraft bezog er nicht aus einer politischen Theorie, sondern aus seinem leidenschaftlichen Glauben. Immer wieder konkretisierte sich sein Kampf gegen die Rassentrennung an offenkundigen Ungerechtigkeiten wie die Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln, die zum „Busboykott“ führten. Aus dem schwarzen Bürgerkomitee von Montgomery (Alabama) entwickelte sich die „Southern Christian Leadership Conference“, die im amerikanischen Süden wirkte und ansteigend auch von weißen Jugendlichen, Intellektuellen und Kirchenleuten unterstützt wurde. Die für schwarze Bürger verschlossenen Türen zu Schulen, Gaststätten und kulturellen Einrichtungen wurden immer deutlicher zu einem gesellschaftlichen  Skandal. 1963 organisierte King mit seinen Freunden aus allen Schichten  den Sternmarsch  von 250 000 schwarzen und weißen Bürgern nach Washington, wo er seine berühmte Rede: „I have a Dream“ hielt. Ein Jahr später erhielt Martin Luther King in Oslo den Friedensnobelpreis. Am 4. April 1968 erschoss ihn ein junger Weißer in Memphis (Tennesee) Nicht bei einem Gottesdienst oder einer kirchlichen Veranstaltung, sondern als er den Streik der ungerecht behandelten schwarzen Müllfahrer von Memphis anführte.

 

Der Mann, der an der Harvard University studierte und in Theologie und Philosophie promovierte, blieb nicht im Elfenturm des Intellektuellen, sondern wandte sich radikal den Armen und Entrechteten zu. „Vor 2000 Jahren sagte eine Stimme aus Bethlehem, dass alle Menschen gleich sind.“ Solche Sätze eilten durchs Land und erreichten mehr und mehr auch die Politiker und die führenden Journalisten in den Metropolen. Gegen die Kritik aus konservativen Kirchenkreisen, dass er das Evangelium politisiere, wehrte sich King eindrucksvoll. Eine Kirche, die zu Rassismus und Ungerechtigkeit schweige, würde Christus im Stich lassen. „War nicht Jesus ein Extremist der Liebe?“ Wer das Evangelium kannte, konnte dem auf Dauer kaum widersprechen. „Als Christen dürfen wir nicht nur an himmlische Wohnungen denken, wir müssen auch an die Elendsviertel und Gettos denken, in denen die menschliche Seele verkrüppelt.“ Sein Denken wurzelte ganz im Evangelium Jesu Christi. Er wollte die Gegner nicht vernichten, sondern überzeugen und gewinnen. Seine Verehrung für den Inder Gandhi machte ihn nur noch mehr zum Nachfolger Jesu mitten in der Gesellschaft.

 

Er schrieb aus einem seiner Gefängnisaufenthalte an die weißen Rassisten: „Tut mit uns, was ihr wollt. Werft uns ins Gefängnis, wir werden euch trotzdem lieben! Werft Bomben in unsere Häuser, bedroht unsere Kinder, wir werden euch trotzdem lieben! Eines Tages werden wir die Freiheit gewinnen. Aber sie wird nicht nur für uns selbst errungen werden. Wir werden so lange an euer Herz und an eure Seele appellieren, bis wir auch euch gewonnen haben.“

 

Martin Luther King war ein Märtyrer der radikalen Liebe. Er wurde am 4. April 1968 auf dem Balkon eines Motels in Memphis durch einen Schuss ermordet. Ob Christen oder Nichtchristen, wir dürfen ihn nicht vergessen. 

 

 

Johannes Hansen

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aus Predigten und Ansprachen von Martin Luther King

 




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