»Ich und Du« (Martin Buber)
Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
Johannes 9, 30
Wer oder was bin ich? Im Personalausweis steht was bei Geburtstag und Geburtsort und Nationalität sowie Größe und Augenfarbe, aber nichts über die Konfession. Ein Künstlername ist möglich.
Bei Jesus hätte man Auswahl. Anerkannte Hoheitstitel. Die Leute bei der Passkontrolle setzen ja nur dann Spürhunde ein, wenn was nicht stimmt. Die Dokumente sind fast fälschungssicher. Die momentane Adresse des Nazareners bringt nicht weiter. Überall und nirgends, das sagen sie dann im Blick auf die geheimnisvolle Gegenwart des Auferstandenen. Aber im Blick auf ihn selber als Heiland des Blindgeborenen wird man doch erst die Untersuchungen abwarten.
Was beweist das schon, sagen sie mit ernster Miene. Gegen jeden Geheilten stehen tausend Unglückliche. Wunder finden selten statt. Und von Gott soll in diesem Zusammenhang nur der reden dürfen, der sich als kompetent erwiesen hat. Privatoffenbarungen sind allemal mit Vorsicht zu genießen.
Was ich bin und wer ich bin, wissen doch nur zwei. Was sucht ihr nach Konvergenzargumenten, wo du und ich genug sind? Ist es nur, weil ihr mir nicht begegnet seid? Noch nicht.
Michael Graff 
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