Die Gewalt des Teufels
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.
Apg 10, 37-38
Die Teufel haben Namen. Nicht nur Hitler und Stalin, sondern Hinz und Kunz. Die tausend kleinen dienstbaren Geister, die vielleicht bis vor kurzem als Schulleiter junge Leute schikanierten, weil sie bei der Jugendweihe nicht mitmachen wollten, was wären die Oberteufel ohne ihren pingeligen Einsatz an Ort und Stelle.
Die Hölle hat Namen, nicht nur Auschwitz und Kambodscha, sondern Hintertupfingen und Vordertupfingen. Die tausend guten Adressen, wo man Leute demütigt und quält, für dumm verkauft und weiterschickt, weil sie als Asylsuchende keine Chance bei uns haben und weil Foltern in ihrem Heimatland kein gerechter Grund sind und weil das Boot doch voll ist, voll, voll, voller Teufel.
Wer den Teufel leugnet, kennt die Welt nicht. Wer den Teufel an die Wand malt, ist vielleicht selber einer. Im Evangelium geht es nicht um die Anfertigung von Gemälden, auch nicht um eine systematische Erörterung, sondern einzig und allein darum, alle zu heilen, die in der Gewalt des Teufels sind.
Für diese Exorzismen gibt es viele Riten, frei nach Freud, frei nach Jung, frei nach Mozart, frei nach Gandhi, frei nach Charly Chaplin, frei nach Pfarrer Kneipp, frei nach Vaclav Havel, frei nach Mutter Teresa. Wo die Befreiung aus des Teufels Gewalt glückt, ist es nie gegen Jesus, aber immer fürs Reich Gottes.
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Michael Graff 
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