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Frohe
Pfingsten

 

 

Überall in den Kirchen wurde zu Pfingsten das Kommen des Gottesgeistes gefeiert. Nicht nur als historische Erinnerung an das erste Pfingstfest. Der Geist ist lebendig und kommt immer neu. Wir können um ihn bitten und uns für ihn öffnen. Mit seinem Geist zieht Gott in unser Leben ein wie in ein Haus.

 

Denn der Mensch ist ein schwieriges Wesen, das durchaus aus der Spur kommen kann. Es kommt darauf an, welcher Geist uns treibt und wes Geistes Kinder wir sind. Das zeigt uns gerade in diesen Tagen der Outing-Wirbel des deutschen Radsports.

 

Doch gibt es nicht nur beim Radsport Doping mit Epo und Wachstumshormonen. Jeder kommt in die Gefahr eines Dopings, das mit chemischen Substanzen null zu tun hat, doch erhebliche Folgen für unser Leben.

 

Viele klinken sich ein in dieses Denken, dass voller Gier nach Erfolg ist, getrieben ist vom „kapitalistischen Geist“ unserer Zeit. Wir möchten oder müssen immer siegen, wir wollen immer die Ersten sein. Vielleicht stehen auch Menschen und Mächte hinter uns, die immer mehr von uns erwarten. Die Firma, der Notenspiegel, die Karriere, vielleicht auch die eigene Familie. Wir dopen uns mit falschen Vorbildern, Selbstüberforderung, Arroganz, manchmal dann auch mit dem Geist aus der Flasche oder aus der Apotheke.

 

Der heilige Geist, der auch der Geist Jesu genannt wird, ist alles andere als ein Rauschgeist, er hat auch nichts mit seelischem Enthusiasmus zu tun, er ist der Geist, durch den Jesus Christus in unser Leben einzieht. Er ist so klar wie es Jesus war. Ein holländischer Theologe hat gesagt, der Geist sei „Christus in Aktion“. Dieser Geist bringt unseren Geist wieder in die Spur. Das Evangelium des Johannes (Kap. 14, 16.26)  nennt ihn den Tröster, gemeint ist damit der Helfer und Begleiter auf dem Weg des Glaubens. Er ist wie ein guter Freund, auf den Verlass ist. Der Geist Gottes gießt die Liebe Gottes aus in unser Herz. (Römer 5, 5) Nun können wir lieben und in einer erneuerten Gesinnung leben.

 

Der katholische Theologe Hans Küng hat in einer begeisternden Art und Weise vom Heiligen Geist geschrieben. „Greifbar und doch nicht greifbar, unsichtbar und doch mächtig, lebenswichtig wie die Luft, die man atmet, energiegeladen wie der Wind, der Sturm – das ist der Geist.“ Und er fügt hinzu: „Mit Geist ist die persönliche Nähe Gottes selber zu uns Menschen gemeint, so wenig abzutrennen von Gott wie der Sonnenstrahl von der Sonne.“  (Hans Küng, Credo)

 

Dieser Geist wirbt um uns Menschen. Jesus will bei uns in den Kopf und das Herz, in unsere ganze Existenz einziehen. „O komm, du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein.“

 

 

 

Johannes Hansen




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