Christen
im Kreuzfeuer
1. Petrus 4,1-19
Der dem Apostel Petrus zugeschriebene christliche Brief verfolgt vor allen Dingen ein seelsorgerliches Anliegen: Er wendet sich an Christen, die noch jung im Glauben unerwartete Anfeindungen und Schmähungen über sich ergehen lassen müssen. Petrus ermutigt sie dazu, sich deshalb nicht irremachen zu lassen und an dem Bekenntnis der Hoffnung festzuhalten. Doch wie tut er das?
Im ersten Abschnitt unseres Textes spielt er auf den veränderten Lebenswandel der Christen an und gibt ihnen zu verstehen: Wundert euch nicht, wenn euer Lebensstil eure früheren Kameraden befremdet (Vers 4). Vor eurer Bekehrung habt ihr mit ihnen in Saus und Braus gelebt und euch in ein wüstes Leben gestürzt. Jetzt sind sie verärgert, dass ihr bei ihnen nicht mehr mitmacht und so auch ohne viele Worte ihren Lebensstil hinterfragt.
Manche Menschen fühlen sich durch einen konsequent an Gottes Geboten orientierten Lebensstil tiefer in Frage gestellt als durch noch so fromme Bekenntnisse. So werden Christen, die das unordentliche Treiben nicht mehr mitmachen, oft als Besserwisser diffamiert. Dass Christen mit ihrem Glauben ins Kreuzfeuer geraten, wird von Petrus als völlig normal dargestellt. Allerdings empfinden wir es doch als ziemliche Zumutung, wenn er schreibt: Freut euch aber, dass ihr mit Christus leidet... (Vers 13) und wenige Worte später: Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens Christi willen (Vers 14). Doch es geht nicht um eine Verklärung des Leidens an sich; der Akzent liegt auf den Worten mit Christus bzw. um des Namens Christi willen.
Schlecht wäre es, wenn Christen sich ihr Leiden um dummer Fehltritte willen selbst eingebrockt hätten (Vers 15). So aber leiden sie mit Christus und werden dadurch ihm ähnlicher: Denn wo Christen um Christi willen geschmäht werden, können sie zuversichtlich sein, dass Jesus ganz nahe bei ihnen ist. Zugleich stärkt solches Leiden die Gewissheit, als Mitleidende teilzuhaben an der kommenden Herrlichkeit bei Gott. Das Leiden um Christi willen führt den Christen zur Konzentration aufs Wesentliche: Wer unter Druck gerät und an die Grenzen geführt wird, der wird umso bewusster in Abhängigkeit von Jesus Christus leben und sich ihm anbefehlen (Vers 19). Ein nur oberflächlicher, auf den eigenen Vorteil bedachter Glaube wird sich im Leiden rasch verflüchtigen.
Klaus Jürgen Diehl

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