31. Deutscher Evangelischer Kirchentag
6. bis 10. Juni 2007 zu Köln
Mitten in dieser Woche werden 100. OOO Dauerteilnehmer in Köln beim Deutschen Evangelischen Kirchentag erwartet. Dazu kommen viele Besucher, die aus Köln und dem Umland zu einzelnen Tagen oder Veranstaltungen erscheinen. Der Kirchentag wird auch diesmal nicht in den Hallen und Kirchen versteckt bleiben, sondern sich in die gastgebende Stadt aufmachen. Der Kirchentag in Köln hat sich mit seinem Thema viel auf die Schaufel genommen. Man kann nur hoffen, dass ihm die biblische Aussage, die im Thema steckt, nicht verrutscht und von der Schaufel fällt.
Lebendig und kräftig
und schärfer (Hebr. 4, 12)
Dieser biblische Satz steht im bekannten Christus-Fisch, der auf seinem Rücken noch eine stilisierte scharfe Flosse trägt. Es soll wohl hart und intensiv zur Sache gehen. Oder?
Respekt! Die Christen in Köln wollen etwas lernen und werden. Offensichtlich möchten sie lernen, dass der Glaube keine flaue Brise ist, auch kein faules Hobby und dass die Kirche kein im Hafen dümpelnder Kahn ist. Alles richtig und prima, doch hat man sich auch gut überlegt, was die Losung sagt? Das große Wort über das Wort Gottes im Brief an die Hebräer. Es wird kein Kreuzzug ausgerufen, in dem die Schwerter geschwungen werden.
Sagen wir es kurz und präzise mit dem vollen Bibelwort, wie es im Brief an die Hebräer zu lesen ist. „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“
Nun wissen wir es genauer. Das Thema des Kirchentages geht nicht zuerst nach draußen, sondern es geht nach innen. Es geht uns buchstäblich an die Gurgel. Das Bild mit dem Schwert meint die damalige Schlachtung eines Tieres, dem man den Hals nach hinten beugte, um den tödlichen Stich zu setzen. Grausam? Nein, das ist hier nicht gemeint, aber hart und deutlich ist dieses Wort des Evangeliums. Die Sache mit dem Sofa-Christentum, dem Kuschel-Jesus und einem Demo-Christentum ist unter diesem Wort kaum möglich. Zuerst geht es uns an die Anatomie und an den Geist, eben an die innersten Bereiche, auch an die „Leichen im Keller“. Das Gotteswort kehrt das Innerste nach außen, es bringt uns so zurecht, dass es uns die absolute Offenheit und Ehrlichkeit vor Gott zumutet. Das Herz ist in der Sprache der Bibel die zentrale Mitte unserer Existenz. Modern geredet, es ist der Tower auf dem Airport, die Leitzentrale eines großen Bahnhofes. Im Herzen muss es neu werden mit uns. Dort will Christus bei uns einziehen. So ist es ein klärendes, heilendes und zurechtbringendes Wort.
Was hier zunächst privat klingt, gilt für alle Kirchen und Gemeinden ebenfalls. Eine bis ins Herz hinein erneuerte Kirche und Gemeinde ist angesagt. Dann können die Kirchen und ihre Christen auch wieder nach vorne gehen, ihren Glauben in Liebe und im „Tun des Gerechten“ (D. Bonhoeffer) leben. Ich wage den ärgerlich klingenden Satz: Ohne Buße kein lebendiger Glaube. Wer hier ganz redlich ist, kann dann auch seine Pro-Teste anmelden. Sie sind ein Eintreten FÜR, auch wenn es gegen etwas geht. Es gibt viel zu pro-testieren in Kirche und Gesellschaft.
Wie gut, dass die Losung des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Köln im frühchristlichen Symbol des Fisches geborgen ist. „Ichthys“, der griechische Name für Fisch ist zu übertragen in das Urbekenntnis der Christenheit: „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“. Wer das denkt und bekennt, wird zum Leben als Christ und Kirche ganz neu fähig.
Jesus Christus segne die Besucher und Verantwortlichen des Ev. Kirchentages in Köln.
Johannes Hansen 
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