Denken
und
Glauben
2.Impuls
Sigmund Freud, der Begründer der theoretischen und praktischen Psychoanalyse, hat schon darauf hingewiesen, dass unser Denken und Verstehen viel stärker als wir annehmen, „affektorientiert und interessegeleitet“ ist. „Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.“ Dieses bekannte Sprichwort ist im Grunde eine hochkarätige philosophische und psychologische „These“ zum ganzen Bereich der so genannten Freiheit des Denkens. „Die Gedanken sind frei“, wirklich? Was man lange genug verdrängt und nicht wahrhaben will, kann man am Ende wirklich vergessen und für nicht wahr erklären. Der Umkehrschluss gilt ebenso. Wenn ich mir etwas für mich unbedingt Wünschenswertes herbeidenke, kann es durchaus hier und da gelingen. Unser Verstand ist offenbar verführbar und unsere Vernunft keinesfalls stets vernünftig.
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