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Der Jonasegen

 

 

Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört! Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an.

Jona 3, 3-5

 

 

 

Was mich überrascht: wie prompt und passend die Leute von Ninive auf Jona eingehen. Ich glaube nicht, dass es in erster Linie Angst war. Und selbst dann wäre nicht einzusehen, wie einer, der noch nach Todesangst und nach Fisch riecht, eine ganze Stadt das Fürchten lehren sollte. Aber Ninive tut Buße.

 

Bei einem jungen israelischen Lyriker der Gegenwart lese ich:

 

 

Wie kommt es, dass ein Stern

es alleine wagt. Wie wagt er es,

um Himmels willen. Ein Stern allein.

Ich würde es nicht wagen. Und ich bin

eigentlich nicht allein.

 

 

Nathan Zach heißt er und gehört zu denen, die Frieden suchen mit den Palästinensern.

 

 

Gib ihm den Jonasegen, Gott der Väter! Und schick uns Jona! Zuvor laß unsere Stadt ein Stadtteil von Ninive sein. Sonst hört doch wieder keiner zu.

 

 

 

Michael Graff




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