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Jesu Rede
über die Endzeit

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Lukas 21,5-36

 

 

Von bösen, schlimmen Zeiten ist in diesem Text die Rede. Jesus spricht über das Ende der Zeit und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Wir lesen von der Zerstörung des Tempels, von Aufruhr und Krieg, von Erdbeben, Seuchen und Hungersnöten, von Verführung, Verfolgung und Verrat. Es sind düstere, apokalyptische Horrorvisionen; dazu angetan, den Zuhörern Angst und Schrecken einzujagen.

 

Jesu Worte wirken zunächst wie das Drehbuch für den unaufhaltsamen näher rückenden Weltuntergang. Zweifellos steht Jesus mit seiner Endzeitrede in der Tradition der jüdischen Apokalyptik, die längst den alten Äon abgeschrieben hatte.

 

Doch plötzlich hören wir unmittelbar im Anschluss an die Worte über die Furcht der Menschen und die kosmischen Erschütterungen eine völlig andere Botschaft. Kaum traut man seinen Ohren: „Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht“ (Vers 27.28). Wie passt das zusammen? Wo wir das Finale eines endgültigen apokalyptischen Infernos erwarten und uns am liebsten davor verstecken und in Sicherheit bringen möchten, heißt es bei Jesus: Kopf hoch! Denn wenn es am schlimmsten drunter und drüber geht, ist die Rettung ganz nah! Diese Rettung aber hat einen Namen: Wenn Jesus vom machtvollen Kommen des Menschensohns spricht, dann ist zumindest seinen Jüngern klar, dass er damit von seiner eigenen Wiederkunft redet. Jesus redet so ungeschminkt über die Schrecken der letzten Zeit, um Menschen zu provozieren, sich darüber klar zu werden, was sie angesichts dessen zu hoffen haben. Sind wir auf den drohenden Weltuntergang fixiert – oder erwarten wir gespannt die Wiederkunft Christi? Viele meinen auch heute angesichts globaler Krisen und Katastrophen, es sei „kurz vor Zwölf", der große Knall stehe unmittelbar bevor. Im Anschluss an die Worte Jesu zeigen die Uhren bei Paulus eine andere Zeit an: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen...“ (Römer 13,12).

 

Christen gehen nicht einer untergehenden Welt, sondern dem wiederkommenden Herrn entgegen. Sie leben im Anbruch eines neuen Tages.

 

 

Klaus Jürgen Diehl




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