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Trost
für die
Hinterbliebenen

1. Thessalonischer 4,13-18

 

 

Durch den überraschenden Tod von Angehörigen waren Christen in der Gemeinde von Thessalonich in ihrem Glauben sehr angefochten worden. Hatte ihnen nicht der Apostel Paulus verkündigt, dass Jesus schon bald wiederkommen würde? Und hatte er sie nicht in dem Glauben bestärkt, dass dieses umwerfende Ereignis noch zu ihren Lebzeiten geschehen würde? Doch nun waren Einzelne aus ihrer Mitte gestorben, was sie sehr verunsicherte. Die Frage stand im Raum: Was ist eigentlich mit den Christen, die sterben, bevor ihr Herr Jesus Christus wiederkommt? Verpassen sie damit die Wiederkunft Jesu? An diese Situation knüpft Paulus in diesem Text an. Wie erfahren dadurch etwas genauer, wie sich Paulus den Ablauf der kommenden Ereignisse vorgestellt hat, wobei er sich selbst allerdings bei seinen Aussagen ausdrücklich auf die Autorität Jesu (Wort des Herrn, Vers 15) beruft.

 

Das entscheidende Datum ist der Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu, wobei die Formulierung in Vers 15 verrät, dass Paulus weiterhin damit rechnet, dass dies noch zu seinen Lebzeiten geschehen könnte. Bei der Wiederkunft Jesu wird Jesus zuerst die bis dahin verstorbenen Christen auferwecken. Sie sollen gemeinsam mit den dann noch Lebenden den endgültigen Triumph Jesu miterleben. Die Formulierung in Vers 17: „Wir werden mit ihnen entrückt werden“ hat Anlass zu manchen Spekulationen gegeben. Oft wurde sie so verstanden, dass die Christen von dem wiederkommenden Herrn im letzten Moment aus der untergehenden Welt in sein himmlisches Reich weggenommen würden.

 

Doch gemeint ist etwas ganz anderes: Bei der Parusie Jesu (= Ankunft; das griechische Wort bezeichnet den Besuch des Kaisers in der Provinz) werden die Christen quasi als Empfangsdelegation dem Herrn „entgegengerückt zur Abholung“ (so wörtlich). So wie Könige oder Präsidenten bei Staatsbesuchen schon am Flughafen abgeholt werden, so wird Jesus schon in der Luft von seiner Gemeinde begrüßt und mit ihr im Triumphzug auf die Erde zurückkehren.

 

 

Klaus Jürgen Diehl




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