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Was sie
zum Weinen bringt,

und was zum Lachen

 

 

 

Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.

Markus 5, 38-40

 

 

 

Da weinte Jesus. Immer häufiger kamen ihm die Tränen, wenn die Leute an der falschen Stelle lachten. Und umgekehrt.

 

Dass Weinen gesund ist, erläutert Marianne Kawohl an zahlreichen Begegnungen in der Beratungspraxis. Eine Augenärztin: »Weinen - das haben die Augen gerne.« Und wenn die psychotherapeutische Sprechstunde heutzutage Raum schaffen muss für das Bad der Seele, dann sieht es mit den psychohygienischen Einrichtungen in unseren Wohnungen wahrscheinlich traurig aus. Manche gehen zum Weinen auch nur mal ins Kino. »Zeit des Erwachens« ist so ein Rührstück. Auch animierte Tränen tun gut.

 

Dennoch zielt die Geschichte Gottes mit den Menschen aufs Lachen, das wie beim Kind nur wenige Millimeter neben den Tränen wohnt. Dazwischen hat der Erwachsene eine seiner vielen harten Innenwände gezogen, so dass wir uns oft schwer tun. Vor Jahren wurde in der Spötter Runde die neue Innerlichkeit als neue Weinerlichkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Doch so lachen nicht die Erlösten. So lachen die Ungläubigen. Unter ihnen gibt es weinerliche und lächerliche Figuren, damals wie heute.

 

Die Erlösten lachen, weil sie im Tod das Leben schauen. Sie lachen nach Art von Psalm 126: »Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten!« Sie schauen Jesus an und müssen lachen an Ostern und weinen unterm Kreuz.

 

 

Michael Graff

 




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