Ihr alle seid Weltliche
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.
Johannes 17,11
Hat er Ätsch gesagt? Ist die Erhöhung Jesu die Gnade, sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen? (»Gut, dass er das nicht mehr miterleben muss, was aus seiner Kirche geworden ist.«)
Die Ausschüttung der sieben Gaben des Heiligen Geistes wird die Hiergebliebenen nicht entrücken. Auch Charismatiker schweben nicht, und wenn, dann nur ganz kurz. Sie bleiben hier, weil ihr Herr nicht mehr in der Welt ist. Das, genau das ist ihr Amt, in der Welt zu sein. Als Geistliche sind sie Weltliche, das macht ihre Existenz so missverständlich.
Einige von ihnen bevorzugen Ährengold und Nebelspaziergänge, haben genug an einem Meditationsraum mit Schafwollteppich und Kerze, beten für die Welt und sind - mit gebührendem Abstand - in der Welt. Einzelne verabscheuen sogar diesen Wohnsitz, es ist ihnen alles zu laut und zu dreckig, die Triebwerke der Düsenjäger, die Triebwerke der Menschen, und dennoch bleibt ihnen vieles nicht erspart.
Andere stürzen sich wie toll ins Leben: missionarische V-Männer, nicht ohne Risiko. Ihnen mögen andere Geistesgaben zu Hilfe kommen. Aber sie sind nicht weltlicher als ihre scheuen Geschwister.
Und den einen wie den anderen ist Er voraus: nicht Ätsch, nicht Halbherz, sondern Segen für die Seinen. Und mindestens sieben Gaben für die Zwerglein.
Michael Graff

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