Der Mann auf der Trittleiter.
Kennen sie Arno? Arno heißt mit vollem Namen Arno Backhaus. Aber seine Freunde nennen ihn einfach Arno. Arno steht immer irgendwo rum. Meistens steht er den Leuten im Weg. Manche schütteln den Kopf über ihn. Aber das stört Arno nicht. Arno mag Menschen. Auch seine Kritiker. Er möchte ihnen den Weg zurück zu Gott zeigen.
Momentan steht Arno irgendwo in Thüringen auf einem großen Weihnachtsmarkt. Arno steht also wieder rum. Diesmal auf einer hohen Trittleiter. Mitten unter den Marktbesuchern, aber eben so, dass ihn jeder sehen kann. Um den Hals trägt er ein selbst gemachtes Plakat, vermutlich sogar zwei, eines hinten und eines vorne. Auf dem Plakat steht in großen Buchstaben:
Warum feiern Sie den Geburtstag von Jesus so aufwändig,
Sie nehmen ihn doch sonst nicht so ernst?
Arno hat es mir letzte Woche am Telefon erzählt. Gewiss kriegt er wieder Ärger mit verschiedenen Leuten. Man zeigt ihm den Vogel. Sagt: Siehst du den Bekloppten dort auf der Trittleiter? Fromme Christen werden denken, das sei doch nun wirklich übertrieben. Der macht doch unseren Heiland lächerlich. Atheisten werden denken, dass Religionen die Menschen irgendwie verrückt machen. Biedere Bürger werden auch diesmal wieder über Arno schimpfen. Ist doch unmöglich! Die Kinder werden lachen und sagen: Mama, siehst du den Mann dort oben, was steht denn auf dem Schild? Und Mama wird in Erklärungsnot kommen.
Dabei ist es ja eine immer schon aktuelle Frage, die nach dem Aufwand, den wir in der Adventzeit treiben. „Haben sie schon die Weihnachtsgeschenke gekauft?“ Dauernd wird man so gefragt. Die Menschen wollen einander Freude machen. Prima ist das, doch was hat Jesus damit zu tun? Doch eigentlich alles. Ohne Jesus ist es doch nur religiöses Volksfest.
Der Heiland (Retter) der Welt ist doch keine Babypuppe. Ihn ernst nehmen heißt, sich über ihn freuen. Und sich für ihn entscheiden. Hören Sie die Glocken läuten? Nicht nur vom Turm der Citykirchen oder der Dorfkirche, sondern ganz still und tief im eigenen Herzen.
Warum ist unser Gott, der Schöpfer Himmels und der Erden, so tief eingestiegen in die Welt? Bis in die Geburt des Kindes mit Namen Jesus? Aus Liebe. Hier muss nicht lange philosophiert werden. Es ist die Topnachricht der ganzen Bibel. Gott ist kein metaphysisches Gespenst irgendwo hinter dem All, sondern der nahe Gott. Gott ist herabgekommen zu uns. Ich nenne ihn den „heruntergekommenen Gott“. Gott hat uns nicht allein im Weltall hängen lassen, obwohl wir ihn verlassen haben. Durch Liebe holt er uns wieder zurück. Gott mag nicht ohne Sie und mich Gott sein. Die Liebe hat ihn in die Tiefe getrieben.
Und wir? Ab heute wird zurück geliebt. So verstehen die Christen Gott und den Glauben. Nun kann das Aufatmen und Durchatmen des Glaubens beginnen. Gott ist da – ganz nah.
Johannes Hansen

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