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Ehre
sei Gott
in der Tiefe.

 

 

Oben und unten. Höhe und Tiefe. Mit den theologischen Himmelsrichtungen haben wir es gerade zu Weihnachten schwer. Christen und Heiden gleichermaßen. „Ehre sei Gott in der Höhe.“ So singen laut Lukas, Kapitel 2 die himmlischen Heerscharen. Diese Richtung geht nach oben, dorthin, wohin auch der neu ernannte Weltfußballer Kaka seinen Finger hebt, wenn er ein Tor gemacht hat. Er bekennt sich als ein bewusster Christ, der nach seiner Karriere evangelischer Pastor werden möchte.

 

Doch das Entscheidende der Weihnachtsbotschaft findet ganz unten in der Tiefe statt. In der Futterkrippe eines Stalles in Bethlehem liegt ein Baby, das gewiss auch schreit, wenn die Windeln voll sind und der Mund nach der Brust der Mutter verlangt. Mama Maria heißt die Mutter. Pampers und Fläschchen mit Schnuller gab es damals noch nicht. Was hoch oben mit allen himmlisch verfügbaren Mitteln des Triumphes und der Freude dargestellt wird, ist in der Tiefe zu finden. Ganz unten, tiefer geht es nicht. Und doch ist der Weihnachtsjubel hoch oben absolut wichtig, weil er zeigt und hören lässt, welch ein gewaltiges Geschehen Gott hier angerichtet hat. „Euch ist heute der Heiland geboren.“

 

Aber aufgepasst. Das Wort Heiland wurde in unserer besonders sentimental entwickelten „Deutschen Weihnacht“ verkitscht. Heiland ist eher ein Kinderwort, so sagt das Gefühl. Ein Wort für die Kleinen, weil es so schön weich klingt. Doch Heiland ist ein starker Titel, es heißt griechisch Retter. Befreier und Zurechtbringer. Mit Jesus kommt Gottes Wille „wie im Himmel, so auf Erden“ in die zerrüttete Welt und von Gott getrennte Menschheit. „Christ, der Retter ist da.“ Er kommt nicht mit dem Schwert, nicht mit Gewalt, sondern ganz zart und freundlich. Eben in dem Kind, dessen Name Jesus ist. Wer mit Gott nicht zurechtkommen kann, der gehe doch zum Kind und schaue in die Krippe. Dort siehst du Gott höchstpersönlich. So tief hat sich Gott in unsere Welt begeben, dass er sich verachten und verspotten lässt. Weil er uns vor uns selbst und vor einem zukunftslosen Leben retten will.

 

Darum „Ehre sei Gott in der Tiefe“, der in unsere Tiefe kam. Er beginnt eine „neue Schöpfung“, eine für alle Menschen bekannt gemachte rettende Lebenschance. Nun darf alles neu beginnen. Die Hirten rannten wie bei einer Olympiade, um diese Nachricht rasch zu den Leuten im Land zu bringen. Sie waren die ersten Missionare des Jesus-Evangeliums. Alle sollten sich mit ihnen über das Wunder von Weihnachten freuen. Die Revolution, die durch Gottes radikale Liebe geschieht. In diesem Sinne ist Weihnachten ein „Fest der Liebe“ wie ständig gesagt wird. Aber nicht zuerst der menschliche Liebe, die wir mit Geschenken zeigen, sondern die Liebe Gottes, die uns herausholt aus unseren Verlorenheiten. Gott will nicht ohne uns Gott sein. Darum die Weihnachtsbotschaft von der großen Freude. „Des lasst uns alle froh sein, Christ will unser Trost sein.“

 

Frohe Weihnachten.

 

 

Johannes Hansen




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