Mitleiden
Leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft.
2. Timotheus 1, 8
Mitleid, so heißt es, hilft dem Leidenden wenig. Man müsse anpacken, Wunden verbinden, man müsse versuchen, das Leid zu verringern oder -besser noch - es zu verhindern. Mitleid sei dabei eher hinderlich.
Sucht Paulus das Mitleid des Jüngeren? »Mitleiden« hört sich kräftiger an. Aber du bleibst im Bereich des Leidens. Einer leidet bereits, leidet für das Evangelium. Und er ruft nicht um Hilfe, wie wir es vielleicht täten, er ruft einen Mitleidenden herbei. Als ob da eine Spur durch die Welt gezogen werden müßte, die nur von Leidenden richtig gezeichnet werden kann, eine Spur, die nicht entfernt werden darf, eine Art Markierung, eine Blutspur.
Ob du auf dieser Spur sein willst? Die Frage wird so nicht gestellt. Wenn du gerufen wirst, die Spur um deine eigenen Stapfen zu erweitern, wird es gehen. Weil du nicht der erste bist und nicht der letzte auf dieser Spur. Und weil du kräftiger sein wirst, als du weißt. Und weil der Erste und der Letzte mit dir ist, Schritt für Schritt, Jesus, deine Zuversicht.
Michael Graff 
|
© Nachdruck und Veröffentlichung nicht gestattet. Nur zum persönlichen Gebrauch. gott.net e. V., Am Denkmal 2, 48249 Dülmen Tel.: 02590-915 810
E-Mail: info@gott.net, Internet: www.gott.net Spendenkonto: Nr. 88080 bei der KD-Bank Dortmund (BLZ 350 601 90). |