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Die
heiße Predigt.

 

 

Haben sie schon einmal eine heiße Predigt gehört? Lange nicht mehr in der Kirche gewesen? Schade. Versuchen sie es doch mal wieder. Es kann sich lohnen für Leib und Leben. Ich habe vor vielen Jahren in einer Kirche im Ruhrgebiet eine absolut heiße Predigt gehört.

 

Simon Farasani, ein Pfarrer der lutherischen Kirche in Südafrika predigte. Dieser Mann war unter dem damaligen Apartheid-System (Rassentrennung) der weißen Regierung der Südafrikanischen Republik mit den gemeinen Mitteln der Folter gequält und geschunden worden. Mit schweren Stöcken beinahe totgeschlagen, mit Elektroschlägen gemartert, das schilderte er ohne Hassgefühle den vielen Besuchern in der Kirche. Längst hatte er die Kanzel verlassen und ging durch die Gänge der Kirche und schaute uns fest in die Augen. Alle waren erschüttert und fasziniert. Doch der Höhepunkt kam noch. Simon Farisani predigte das Evangelium von dem Mann, der für unsere Schuld am Kreuz starb. An ihn habe er gedacht, als sie ihn quälten, an den gekreuzigten Jesus. Und er konnte schon während der Folter seinen Folterern vergeben, so bekannte er. „Gott hat sich für uns entschieden“, sagte der Prediger aus Afrika, „am Kreuz hat Gott uns mit sich versöhnt. Er hat durch Jesus Christus unsere Schuld durchkreuzt und gestrichen. Nun können wir heimkehren zu Gott.“ Er sprach in einfachen und klaren Worten.

 

„Lasset euch versöhnen mit Gott.“ Dieses Wort des Weltmissionars Paulus griff er auf und rief uns zur Entscheidung. Die Versöhnung sei klar, doch nun sollten wir unser „Ja“ sagen zu dieser Befreiungsbotschaft. Das sei unbedingt wichtig. Gott hat seinerseits durch den Tod seines Sohnes uns mit sich versöhnt, nun wartet er auf unsere Re-Aktion. Das war seine Botschaft. Und dann geschah etwas, was ich noch nie erlebt hatte. Simon Farisani sagte: „Und nun steht bitte alle auf in den Bänken.“ Und wir standen da und warteten. „Und nun lege ich euch diese Frage unter euch auf die Bank: Willst du ein klares Ja sagen zu der Wahrheit vom Kreuz und nun ganz zu Jesus gehören?“ Und dann sagte er: „Nun setzt euch wieder. Nun sitzt ihr auf dieser Frage. Gott hat ein Recht auf eure Antwort.“

 

O ja, ich weiß, da gibt es viel zu meckern. Wir deutschen Menschen sind ja so klug. Doch ist es nicht an der Zeit, dass auch unsererseits Klarheit gegenüber Gott einkehrt? Gott hat alles klar gemacht, sein „Ja“ zu uns steht. Jetzt sind wir dran.

 

 

 

Johannes Hansen




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