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Der
Lebendige
ist unter uns

 

 

Jesus Christus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.“

Evangelium des Johannes, Kapitel 11, 26, 26

 

 

 

Als Kinder spielten wir mit „Brenngläsern“. Wir brannten Löcher durch Papier, in dem wir die heißen Sonnenstrahlen auf einen Punkt konzentrierten. Manchmal brannten auch Scheunen ab, weil dumme Jungs es mit dem Stroh auf dem Heuboden versuchten. In jedem kleinen heißen Punkt steckte bereits ein großes Feuer.

 

Ein verrückter Vergleich, doch so ist es mit den „Ich bin–Worten“, die Jesus nach dem Johannesevangelium spricht. Sie fassen das Evangelium zusammen und konzentrieren es in einem Satz, der das Feuer des Glaubens entzünden wird. Hier ist das Ganze auf den heißen Punkt gebracht. So auch mit dem Osterevangelium von der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Er ist also in seiner Person die Auferstehung und das Leben. Das starke „Ich bin“ ist doppelt zu hören. „Ich, ich bin“, sagt es in der Ursprache. Jesus ist nicht nur ein Beispiel für das volle Leben, sondern er ist es als der Christus Gottes selbst.

 

Es ist nicht das „Ich bin-Gerede“ der Arroganten und Brutalen dieser Erde, ob es nun die Tyrannen des grauen Altertums waren, oder die Diktatoren der vorigen Jahrhunderte. Und China heute? Sie unterwarfen die Völker und beuteten sie aus. Sie forderten jeweils das Blut ihrer Unterworfenen. Jesus aber gab sein Blut für alle. Er erwartet nicht den Heldentod seiner Nachfolger, sondern bietet ihnen das volle Leben an. Die Aktualität der Botschaft Jesu Christi ist nicht zu überbieten. Was für zukünftig erwartet wird, beginnt schon heute.

 

Heute treten Menschen ein in den Raum des „ewigen Lebens“. Heute muss die von Gott trennende Macht des Todes weichen. Heute bekommt das Leben einen ganz tiefen neuen Sinn. Was die Evangelien in den Ostergeschichten berichten, kreist in verschiedenen Variationen immer um diese rettende Tatsache. Man merkt den Informationen an, dass sie keine totale Übereinstimmung liefern. „Groß ist das Geheimnis des Glaubens.“ (1. Timotheus 3, 16) Zu groß, um es zu fassen. Doch eines ist absolut klar im Zeugnis der Evangelisten: Jesus lebt. Und wir leben hier in Verantwortung für das Leben anderer um uns herum.

 

Das Wunder aller Wunder ist geschehen. Gott hat umstürzend-revolutionär in die Geschichte der Menschheit und des Universums eingegriffen. Er hat seinen Sohn vom Tode erweckt. Wie das geschah, wissen wir nicht. Da war nur Gott dabei. Keine Kameras und keine Reporter, so leid es manchen Gläubigen und Kritikern auch tun mag. Das meint auch die Anwesenheit der Engel in den Berichten. Wer wissen will, was die Auferstehung ist, wende sich an Jesus, sie ist nichts außerhalb seiner Person, die Auferstehung ist in ihm personifiziert. Zu schwierig? Nein, die befreiende Wahrheit. Wir glauben nicht an Vorgänge, sondern an Jesus Christus selbst.

 

Wir haben das Wort Jesu Christi, das uns ins Leben ruft. „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Und er lädt uns zum Glauben ein. „Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Der Glaube ist nicht das „Fürwahrhalten“ von Tatsachen, sondern die Hingabe des ganzen Lebens an Jesus. Er ist eine ganz tiefe existentielle Verwandlung des Menschen. Sie ist mit nichts zu verwechseln und durch nichts zu ersetzen. Auch der Begriff Spiritualität reicht nicht aus, hier ist mehr gemeint. Gott und seine Menschen kommen zusammen. Durch den heiligen Geist. Für immer und über das Sterben hinaus.

 

Wir diskutierten über die Art der Auferstehung. Ach, lasst es doch, sagte ein weiser Mann zu uns aufgeregten jungen Leuten. Vertraut dem Lebendigen, er ist doch unter uns, das reicht. Unvergesslich für mich.

 

 

 

Johannes Hansen




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