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Warum manche
keinen Fisch mögen

 

 

Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen.

 

Lukas 24, 40-43

 

 

Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind? Aber das geht nun doch zu weit. Steckerlfisch als Osterevangelium, nein, danke. Um Missverständnissen vorzubeugen: Jesus Christus mit Fischstäbchen wäre auch keine Lösung. Der Fisch ist gar nicht das Problem. Denn in dem Moment, wo Christus den knusprigen Fisch verspeist, gehen die Berechnungen daneben. Berechnungen feinsinniger Art, wonach der Leib des Auferstandenen schwerelos, jenseitig, losgelöst von Materie, durchgeistigt und transparent sei, also eben denkbar ungeeignet für Steckerlfisch und andere Lustbarkeiten dieser Welt.

 

»Sein Leib ist klar gleich wie Kristall.« Schon als Kind haben mir solche Lieder gut gefallen. Das Geheimnisvolle war immer schöner als das Erklärbare.

 

Der österliche Herr mit dem Brathering mag uns poetisch und liturgisch enttäuschen. Er ist aber ganz nahe bei den Menschen. Das Tischgebet geht schrecklich banal in Erfüllung. Herr Jesus kommt und ist unser Gast. Heute gibt es gebratenen Fisch.

 

Je unmittelbarer die göttliche Gegenwart den Alltag berührt, desto verlegener reagiert unsere Theoriebildung. Die Liturgie hat ihre Hochform gefunden, und das ist auch gut so. Der Herr wird sich aber auch an andere Tische gesellen. Vielleicht sucht er sich etwas aus den Mülleimern zusammen, weil er dort zu Tisch sein will, wo man nicht einmal Brathering hat, auch keine Tischtücher oder Altartücher, nicht einmal Hungertücher.

 

 

Michael Graff




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