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Vom Vertrauen

 

Immer, wenn ich für euch alle bete, tue ich es mit Freude und danke Gott dafür, dass ihr euch gemeinsam für das Evangelium eingesetzt habt vom ersten Tag an bis jetzt. Ich vertraue darauf, dass er, der bei euch das gute Werk begonnen hat, es auch vollenden wird bis zum Tag Christi Jesu.

Philipper 1, 4-6

 


Paulus, dein Vertrauen ist groß. Deine Vorfahren waren wandernde Nomaden. Ihr Leben: ständig auf Abbruch, bereit zum Weiterzug, in Zelten. Wenn sie irgendwo in der Wüste ihr Lager aufschlugen, suchten sie ein festes Stück Erde und rammten hier Pfähle ein, an denen sie die Zeltschnüre festmachen konnten. Dieser feste Boden wird mit demselben hebräischen Begriff bezeichnet, dem wir unser Wort Amen verdanken.

 

Als die Nomaden sesshaft wurden, als sie die Zelte mit festen Häusern, die Wanderschaft mit einem Staat in Recht und Ordnung tauschten, da träumten viele von der großen Stabilität. Doch der Traum blieb unerfüllt. Das Leben stand weiterhin auf wankendem Boden. Da war es nicht mehr weit zur bedrückenden Aussage: »Die Menschen lügen alle« (Ps 116,11).

 

Wo also darf ich den Pfahl in die Erde rammen, das Zelt meines Lebens festmachen? Du wirst lachen, Paulus: Auch ich versuche es immer wieder bei Menschen. Trotz aller Unverlässlichkeit sind wir einander jenes gute Stückchen Erde, in dem wir Gottes Grund schon spüren. Paulus und seine Philipper. Ich und du und wir.

 

 

Michael Graff




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