Der zerteilte Christus
Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt?
1. Korinther 1, 12-13
Und ich zum Papst und ich zum Drewermann und ich zum Engelwerk und ich zu Publik-Forum und ich zu unserem ehemaligen Pfarrer und ich zu unserem neuen Pfarrer und ich zur Maria von Tschenstochau und ich zur Maria von Fatima und ich bleibe überhaupt katholisch und lasse mir meinen Glauben nicht nehmen.
Die Frage nach dem möglicherweise zerteilten Christus ist die Frage, ob wir an Christus glauben oder nicht. Wenn Paulus anderorts davon spricht, er sei allen alles geworden (was so ja nie stimmt), dann will er mit seiner Person dieselbe Frage stellen, will sagen, dass Christus allen alles ist, auch wenn wir separat selig werden wollen. Dass es Vorlieben gibt, auch religiöse Vorlieben, ist nicht das Problem. Dass aber Christus eingereiht wird ins Sortiment, ist tödlich für den Glauben. Zu Paulus oder Apollos oder Kephas halten, das muss nicht weiter schlimm sein. Es mag gute Gründe geben, nicht die ganze Welt umarmen zu wollen, sondern nur die Geliebten. Gerade dann ist es der Christusglaube, der uns eint. Wenn er nur groß genug bleibt, uns wirklich zu einen.
Michael Graff

|
© Nachdruck und Veröffentlichung nicht gestattet. Nur zum persönlichen Gebrauch. gott.net e. V., Am Denkmal 2, 48249 Dülmen Tel.: 02590-915 810
E-Mail: info@gott.net, Internet: www.gott.net Spendenkonto: Nr. 88080 bei der KD-Bank Dortmund (BLZ 350 601 90). |