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Ostern hat Folgen:

"Wir sind die Auskunft!"

 

Wir sind die Auskunft: 11 8 33" – so steht es auf dem Briefumschlag von Telecom, der heute in meinem Briefkasten lag. Die Bahn gibt Auskunft, die Banken, die Kaufhäuser haben einen Anschluss für Auskunft. Auskünfte überall, immer mehr auch im Internet.

Auch Menschen, die an den Auferstandenen glauben, können und sollen Auskunft geben. „Seid immer bereit, Rede und Antwort zu geben, wenn jemand fragt, warum ihr so von Hoffnung erfüllt seid." So lässt uns Petrus durch seinen Sekretär Silvanus schreiben. (1. Petrus 3, 25 und 5, 12). Vielleicht geht er dort in Rom auf einer Terrasse auf und ab und überlegt sich, welche Ratschläge er den Christen in den Gemeinden Kleinasiens für die Gestaltung ihres Lebens und Glaubens geben kann. Die Zeiten werden schwieriger. Es braut sich etwas gegen die Christen zusammen. Sie achten den Kaiser nicht als göttlich. Das nimmt der Kaiser übel.

Der Apostel geht davon aus, dass die Christen nach der Ursache ihrer Hoffnung gefragt werden. Die Menschen aus anderen Religionen des römischen Reiches und die philosophisch Distanzierten werden merken, damit rechnet Petrus. dass die Christen etwas Besonderes haben. Hoffnung haben sie, die sich in ihrem Verhalten auswirkt.

Jedenfalls rechnet Petrus damit, dass die Christen auffällig werden. Nicht weil sie sich moralisch besser vorkommen, als andere, sondern weil sie eine innere Freiheit haben, die man in den Religionen nicht fand. Darum also wird man sie fragen nach dem Geheimnis ihres Lebens. Damals fiel man noch auf, wenn einer sich zu Christus bekannte. Wir leben heute wie in einem „Gemischtwarenlager". Da wird man umso mehr hellwach ein müssen. Outen müssen wir uns, sagen, das wir in einer Beziehung zum lebendigen Jesus Christus leben. Nicht unbedingt an jeder Straßenecke, doch in Gespräche öfter, als wir es bisher taten. Vor allem aber unsere Taten sollen reden.

Die Christen in Kleinasien waren vorher Heiden, nun Christen. Nicht per Gewohnheit, sondern durch Bekehrungen. Das macht auskunftsfähig und kompetent, wenn einer eine so tiefgreifende Veränderung erfahren hat. Petrus schreibt ihnen, dass sie hellwach sein sollen. „Allezeit bereit" , immer auf Empfang mit ausgefahrenen Sensoren. Manche Frage kommt versteckt, verborgen in einem Gespräch über den Beruf, die Liebe, die Erziehung und das Leid, doch es ist eine heimliche Frage nach der Hoffnung des Glaubens. Dann „outet" euch als Christen, würde es heute heißen.

Viele tragen eine Sehnsucht nach Gott mit sich. Sie suchen Gesprächspartner. Oft habe ich Menschen getroffen, die zuerst ganz verschlossen waren, doch dann öffneten sie die Türen und überschütteten mich mit Fragen. Bei ihnen war ein inneres Vertrauen erwacht. Das braucht oft viel Zeit, doch das muss möglich sein. Besonders wenn es um die letzten tiefen Lebensfragen geht.

Soviel ist offenbar klar: Der Glaube an den lebendigen Jesus Christus macht froh, auch wenn nicht alles nur fröhlich ist im Leben. Es ist sozusagen eine „Tiefenfreude", nicht eine Lustigkeit wie in der Fernsehwerbung für hübsche bunte Sachen. Christen kennen eine innere Überzeugung, die auch den Tod nicht fürchten muss. Das Sterben kann schwer sein, doch es trennt uns nicht von Jesus, das ist ein Grundbestand der Glaubens. Das Leben eines Christen wird von der Hoffnung geprägt sein. Ist es wirklich so, ihr Christen? Sind wir auskunftsfähig und dazu bereit? Frag- würdig leben ist gemeint.

Ostern hat Folgen.

 

Johannes Hansen

 

 




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