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| Ich danke Gott und freue mich
Wie's Kind zur Weihnachtsgabe,
Dass ich bin, bin!
Und dass ich dich,
Schön menschlich Antlitz! habe;
Dass ich die Sonne, Berg und Meer,
Und Laub und Gras kann sehen,
Und abends unterm Sternenheer
Und lieben Monde gehen;
Und dass mir dann zumute ist,
Als wenn wir Kinder kamen
Und sahen, was der heil'ge Christ
bescheret hatte, Amen!
Ich danke Gott mit Saitenspiel,
Dass ich kein König worden;
Ich wär geschmeichelt worden viel,
Und wär vielleicht verdorben.
Auch bet ich ihn von Herzen an,
Dass ich auf dieser Erde
Nicht bin ein großer reicher Mann,
Und auch wohl keiner werde.
Denn Ehr und Reichtum treibt und bläht,
Hat mancherlei Gefahren,
Und vielen hat's das Herz verdreht,
Die weiland wacker waren.
Und all das Geld und all das Gut
Gewährt zwar viele Sachen;
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
Kann's aber doch nicht machen.
Und die sind doch, bei Ja und Nein!
Ein rechter Lohn und Segen!
Drum will ich mich nicht groß kastein
des vielen Geldes wegen.
Gott gebe mir nur jeden Tag,
Soviel ich darf zum Leben.
Er gibt's dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt er's mir nicht geben!
Matthias Claudius (1740-1815) |
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Ich bitte nicht um Glück der Erden,
Nur um ein Leuchten nun und dann:
Dass sichtbar Deine Hände werden,
Ich Deine Liebe ahnen kann.
Nur in des Lebens Kümmernissen
Um der Erhebung Gnadengruß -
Dann wirst Du schon am besten wissen,
Wie viel ich tragen kann und muss.
Annette von Droste Hülshoff (1797-1848) |
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| Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen. Schenke mir Gesundheit des Leibes, mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten.
Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke, sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lass nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich "Ich" nennt.
Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.
Thomas Morus (1478-1535) |
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| 0 Herr, bitter ist das Brot des Alters und hart. Wie erschien ich mir früher reich - wie arm bin ich nun, einsam und hilflos. Wozu tauge ich noch auf Erden? Schmerzen plagen mich Tag und Nacht, träge rinnen die Stunden meiner schlaflosen Nächte dahin; ich bin nur noch ein Schatten dessen, der ich einmal war. Ich falle den andern zur Last. Herr, lass genug sein. Wann wird die Nacht enden und der lichte Tag aufgehn?
Hilf mir, geduldig zu sein. Zeig mir dein Antlitz, je mehr mir alles andere entschwindet. Lass mich den Atem der Ewigkeit verspüren, nun, da mir aufhört die Zeit. Auf dich, Herr, habe ich gehofft; lass mich nicht zugrunde gehen in Ewigkeit.
Michelangelo (7475-1564) |
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Gebet der Vereinten Nationen |
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| Dir, Gott, will ich vertrauen! Wenn ich auf meine Maschine steige, erinnere ich mich daran, dass ich in deiner Hand bin. Du bist die Power meines Lebens! Du gibst mir Speed für den Weg, der vor mir liegt! Du hast ein Ziel für mich, für das es sich zu leben lohnt!
Um mich herum sind zu viele, die nichts von dir wissen wollen: "Glück gehabt", sagen die einen - "Pech gehabt", sagen die anderen. So denke auch ich hier und da - leider!
Aber ich weiß: Wer auf der Straße immer nur den eigenen Vorteil sucht, die anderen schneidet und bedrängt - wer sich immer und überall auf Kosten anderer durchsetzen will, der hat irgendwann ausgespielt: Du lässt dich nicht dauernd auf die Schippe nehmen, Gott! Irgendwann spielst du nicht mehr mit...
Was ich brauche, weißt du ganz genau, Herr - besser als ich selbst. Du kannst sie mir geben: Die Gelassenheit, meine Touren wirklich zu genießen. Du kannst sie mir nehmen: die Angst, die mich lähmt, wenn ich handeln oder helfen soll. Du kannst sie mir schenken: die Aufmerksamkeit anderen gegenüber. Du kannst sie mir zuteil werden lassen: die Liebe, die mir verzeihen hilft - so wie du mir vergibst.
Du freust dich mit mir, wenn ich Gas gebe, und wenn der Fahrtwind mich die Freiheit erahnen lässt. Ich finde es gut - und es beruhigt mich auch ein wenig, dass du mit mir auf die Bremse trittst, wenn es nötig ist.
Ich bin gewiss, dass du mich bewahren kannst, Herr, vor Unfall und Gefahr, vor Unachtsamkeit und Übermut. Bei dir ist das Leben von uns allen in guten Händen. Du lässt mich nicht zur Hölle fahren. Du bist und bleibst der treue Gott.
Ich mache mich auf den Weg. Du, Gott, bist bei mir.
Amen.
Dem Psalm 16 nachempfunden von Michael Bülow |
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| Herr, dein Wort, die edle Gabe,
dieses Gold erhalte mir;
denn ich zieh es aller Habe
und dem größten Reichtum für.
Wenn dein Wort
nicht mehr soll gelten,
worauf soll der Glaube ruhn?
Mir ist's nicht
um tausend Welten,
aber um dein Wort zu tun.
Nikolaus Ludwig
Graf von Zinzendorf (1700-1760) |
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| Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.
Friedrich Christoph Oetinger
(1702 -1782) |
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