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Wer weiß, wie nahe mir mein Ende

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!

Hin geht die Zeit,

her kommt der Tod.

Ach wie geschwinde und behende

kann kommen meine Todesnot!

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:

Mach's nur mit meinem Ende gut!

Es kann vor Nacht

leicht anders werden,

als es am frühen Morgen war;

denn weil ich leb auf dieser Erden,

Leb ich in steter Todsgefahr.

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:

Mach's nur mit meinem Ende gut!

Ach Vater, deck all meine Sünde

mit dem Verdienste Jesu zu,

damit ich hier Vergebung finde

und dort die lang gewünschte Ruh.

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:

Mach's nur mit meinem Ende gut!

So komm mein Freund

heut oder morgen,

ich weiß, dass mir's mit Jesu glückt;

ich bin und bleib in deinen Sorgen,

mit Jesu Blut schön ausgeschmückt.

Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut:

Mach's nur mit meinem Ende gut!

 

Ämilie Juliane Gräfin von

Schwarzburg-Rudolstadt  (1637-1706)


Das Thema dieser Seite

Beten:

Ich brauche dich - gebrauche mich


Mach mich zum Werkzeug

Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens:

dass ich Liebe übe da, wo man sich hasst,

dass ich verzeihe da, wo man sich beleidigt,

dass ich verbinde da, wo Streit ist,

dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,

dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,

dass ich die Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,

dass ich dein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Ach Herr, lass du mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste,

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe,

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer da hingibt, der empfängt,

wer sich selbst vergisst, der findet,

wer verzeiht, dem wird verziehen,

und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

 

Normandie, Anfang 12. Jahrhundert.


Du bist mein Arzt

Du hast uns die Liebe als Arznei gegeben, o Gott und willst, dass der Arzt in dieser Liebe eingeschlossen sei, um den Kranken zu heilen. So wie Deine Liebe kein Ende hat, soll auch unser Forschen und Dienen kein Ende haben. Ohne Deine Hilfe ist der Arzt machtlos, aber mit Dir vermag er das Höchste. Du bedienst Dich unser, weil Du selber gern im Verborgenen bleibst. Dein Wille ist, dass Du durch uns die Kranken heilst. Du gießt in das Herz eine Freude am ewigen Leben und jeder, der an Dich glaubt, wird lebendig auferstehen und den Tod nicht schmecken. Du hast im Menschen die Kräfte aller Elemente geheimnisvoll zusammengefasst, so wie ein Arzt, der aus den Säften der Kräuter die Kraft zum Heilen zieht. Lass mich alles zum Nutzen der Kranken nach bestem Vermögen und Urteil anordnen, alles Schädliche von ihnen fernhalten. Lass mich heilig und rein meine Kunst und mein Leben bewahren. Amen.

 

Philippus Paracelsus (1493-1541)


Dich Gott, brauche ich

Zu wem sollte ich rufen, Herr, zu wem meine Zuflucht nehmen, wenn nicht zu dir? Alles, was nicht Gott ist, kann meine Hoffnung nicht erfüllen. Gott selbst verlange und suche ich; an dich allein, mein Gott, wende ich mich, um dich zu erlangen. Du allein hast meine Seele erschaffen können, du allein kannst sie aufs neue erschaffen, du allein hast ihr dein Bildnis einprägen können, du allein kannst sie umprägen und ihr dein ausgelöschtes Antlitz wieder eindrücken, welches ist Jesus Christus, mein Heiland, der dein Bild ist und das Zeichen deines Wesens.

 

Blaise Pascal (1623-1662)




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Mach ins würdig

Mach uns würdig, Herr, unseren Mitmenschen in der ganzen Welt zu dienen, die in Armut und Hunger leben und sterben. Gib ihnen durch unsere Hände heute ihr tägliches Brot, durch unsere verstehende Liebe Frieden und Freude.

Herr, gewähre, dass ich eher zu trösten suche, als getröstet zu werden; zu verstehen, als verstanden zu werden; zu lieben, als geliebt zu werden; denn durch Selbstvergessen findet man; durch Verzeihen erlangt man Verzeihung; durch Sterben erwacht man zum ewigen Leben.

 

Morgengebet der Ordensgemeinschaft

von Mutter Teresa


Durch dich werden wir fest

Es gibt keine Heiligkeit, Herr, wenn du deine Hand zurückziehst. Keine Weisheit ist nütze, wenn du nicht mehr steuerst. Keine Tapferkeit hilft, wenn du nicht mehr schützt. Verlassen, sinken wir unter und gehen zugrunde. Kommst du, dann richten wir uns auf und leben. Unbeständig sind wir, aber durch dich werden wir fest.

 

Thomas von Kempen

(um 1380-1471)