Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht!... »weiter


Für alle, die unterwegs sind.

Spendenseite gott.net e.V.

„Jesus will freie Menschen, die sich durch seinen Geist inspirieren lassen zu einer intelligenten Liebe.“

Johannes Hansen

  Die zweite Meile

 
Zurzeit Jesu herrschte die römische Besatzungstruppe im Land. Abgesehen von den eingetriebenen Steuern beanspruchten sie auch noch Besatzerrechte, die Ärger bei den Juden erregten. Jeder römische Soldat konnte von einem Bürger des Landes willkürlich Hilfsdienste fordern. So konnte er verlangen, dass ein beliebiger Straßenpassant sein Gepäck eine Meile für ihn schleppte. Das war für die Bürger ein entwürdigender Akt. Auch wenn es nur eine Meile war, die rechtlich geregelt war. Aber für den Feind die Klamotten schleppen? Durch die Hauptstraße vor den Augen der eigenen Kinder und Nachbarn, das war doch wohl zu viel verlangt. 

Doch nun sagt Jesus in der Bergpredigt: „Und wenn dich jemand zwingt, eine Meile mitzugehen, so gehe mit ihm zwei.“ (Matthäus 6, 41) Das ist hart, mag mancher denken, doch es ist typisch für Jesus. Er radikalisiert die Liebe. In diesem Falle die Feindesliebe. Für ihn wird Feindschaft nicht durch Feindschaft überwunden, sondern durch eine gewaltlose Provokation der Liebe. Wie hier beim Schleppen des Tornisters. Die erste Meile ist ein militärisch angeordneter Rechtsvorgang, die zweite Meile ein Handeln in der Art Jesu. »weiterlesen