Johannes Hansen

Der Lebendige ist unter uns

Als Kinder spielten wir mit „Brenngläsern“. Wir brannten Löcher durch Papier, in dem wir die heißen Sonnenstrahlen auf einen Punkt konzentrierten. Manchmal brannten auch Scheunen ab, weil dumme Jungs es mit dem Stroh auf dem Heuboden versuchten. In jedem kleinen heißen Punkt steckte bereits ein großes Feuer.
Ein verrückter Vergleich, doch so ist es mit den „Ich bin–Worten“, die Jesus nach dem Johannesevangelium spricht. Sie fassen das Evangelium zusammen und konzentrieren es in einem Satz, der das Feuer des Glaubens entzünden wird. Hier ist das Ganze auf den heißen Punkt gebracht. So auch mit dem Osterevangelium von der Auferstehung Jesu Christi von den Toten. »weiterlesen

Michl Graff

Golgata

Das Heil der Welt, da zuckt es noch, und die Passanten haben es ja gleich gesagt. Das Heil, der Welt tut ihnen nicht den Gefallen des Wunders, hängt, schreit, blutet, wartet auf den Tod. Ja wenn das so ist, sagen sie, da kann man nichts machen.
Bis heute warten sie vergeblich auf die gefällige Form der Offenbarung, die im letzten Augenblick vom Kreuz herunterklettert, grinst und sagt, es sei alles nur inszeniert gewesen. Das Blut sei nur Ketchup und die Verzweiflung nur ein Bluff. Es sei auch sonst nur alles halb so schlimm... »weiterlesen