Die nächste Ausgabe erscheint hier am Sonntag, 11. Dezember, dem 3. Advent

Als Jesus sah, dass sie folgten, fragte er: Was wollt ihr? Sie sagten: Wo wohnst du? Er aber antwortete: Kommt und seht! »weiterlesen


Für alle, die unterwegs sind.

Spendenseite gott.net e.V.

Bald!
Nicht jetzt.
Nicht gleich.
Bald!

Bald!
Geht das Licht auf.
Geht der Himmel auf.
Bald!

Bald!
Wird er kommen.
Wird er bleiben.
Bald!

Bald
ist
Weihnachten!

Bald
ist
Jesuszeit!

Johannes Hansen
Advent

Ein Mann steht vor der Tür…
Er will in das Haus einkehren, man sieht es ihm an. Er klopft mit dem Knöchel eines Fingers seiner Hand. Ganz leise klopft er. Und er horcht, ob jemand kommt, um die Tür zu öffnen. Offenbar nicht, denn nun klopft er wieder. Etwas energischer, doch nicht laut oder gar aggressiv. Es kommt niemand, um die Tür zu öffnen. Vielleicht sind die Bewohner des Hauses gerade im Keller, oder oben unter dem Dach? Schon klopft er wieder und horcht, ob jemand seine Stimme und sein Klopfen endlich hört.  

Wer ist der Mann?
Christus steht vor der Tür und möchte einkehren und mit den Bewohnern des Hauses ein Fest feiern. Der Seher Johannes hat Worte von Jesus bekommen, der der Christus Gottes ist. Die oft geheimnisvollen Worte der Apokalypse des Johannes, das letzte Buch des Neuen Testamentes, sagt er weiter. Doch hier ist es nicht besonders geheimnisvoll, das Bild ist klar. Jeder kann es mit dem Kopf und dann auch mit dem Herzen verstehen. Der anklopfende Jesus Christus will in unser Leben kommen.  »weiterlesen

Michl Graff
Gottverlassen

Herr, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott! Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil! (Psalm 38,22-23)

Wer ist wem fern? Die Gottgewissen gehen mitunter davon aus, dass sich andere — mutwillig — entfernt haben. Das Konzept der Evangelisierung will die so genannten Fernstehenden mobilisieren, die alten und neuen Heiden in Europa beispielsweise. Das ist verdienstvoll, sofern es um Nähe und Distanz zur Kirche geht. Verhängnisvoll ist es aber, wenn dabei auch Nähe und Distanz zu Gott organisiert werden sollen. Denn in dieser Beziehung sind wir ziemlich ohnmächtig. Dem Psalmensänger jedenfalls ist schmerzlich bewusst, dass sich möglicherweise Gott selbst entfernt, trotz aller Gebetsbemühung, trotz aller menschlichen Geistesgegenwart.

Unter uns Menschen ist es leicht dahingesagt: Wer sich auf dich verläßt, ist bald verlassen. Wir kennen unsereiner. Bei Gott dagegen gibt es keinen Wankelmut. So hat man es uns beigebracht. So haben wir es internalisiert. So hätten wir's gern. Aber weil wir Gott und den Nächsten in derselben Weise lieben wollen, mischen sich Fragen ins große Vertrauen. »Warum hast du mich verlassen?«

Die Möglichkeit, dass Gott sich von uns entfernt, macht beklommen. Doch gerade sie gehört zur Vitalität unserer Beziehung. Kommen, Gehen, Haben, Nichthaben, Umarmen, Loslassen, Spüren, Vermissen. Advent ist unser Ernst. Nicht nur liturgische Routine. Gott läßt wieder mal auf sich warten. Wir werden sehen.