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Atemholen Nr. 614 - 15. Juli 2018

Die gequälte Erde

Alan Shepard war einer der ersten Amerikaner im Weltall. Von ihm stammt der Satz: „Als ich auf dem Mond stand und zum ersten Mal die Erde aufgehen sah, habe ich geweint.“ Ganz offensichtlich vor Glück und vielleicht war auch etwas von der Anbetung Gottes dabei. Die meisten Astronauten haben von religiösen Erfahrungen berichtet. Es war so überwältigend.

Auch andere Astronauten haben sich tief bewegt geäußert: „Ich war von der zerbrechlichen Erscheinung der Erde erschrocken.“ Ulf Merbold, Deutschland. „Die Erde war klein, hellblau und so bewegend allein: Unsere Heimat, die wie ein heiliges Relikt verteidigt werden muss.“ Aleksej Leonov, UdSSR.

Inzwischen hat man damit begonnen, die technisch hervorragenden Fotografien von den zahlreichen Raumfahrten miteinander zu vergleichen und kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Der blaue Planet ist in großer Gefahr. Die lange beobachteten Zerstörungen des Planeten gehen schnell voran. Offenbar entwickelt sich die Zerstörung der Natur auf eine so rasante Weise, dass wir um die Zukunft unserer Kinder besorgt sein müssen. Der Grundnahrungsstoff für alles Leben ist Wasser. Durch das brutale Abholzen der Regenwälder wird der Wasserhaushalt der Erde dramatisch gestört. Pro Minute sollen auf unserem Globus mindestens 28 Hektar Wald für immer verloren gehen. Der Wald stirbt, so sehen es die Wissenschaftler mit ihren Augen und Bilddokumenten aus dem All. Mehr als die Hälfte der Wälder dieser Erde hat der Mensch bereits verbraucht. Vor allem in den letzten Jahrzehnten.

Was soll dieser Kommentar in "Atemholen"?
Für die private Seelenpflege ist er gewiss ungeeignet, doch für das Nachdenken und Handeln kann er den an Gott glaubenden Menschen in die Verantwortung rufen. Doch gewiss auch die Freunde und Freundinnen, die das Wort „Schicksal“ einsetzen, wo andere Gott sagen.

„Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist“ beten die Psalmsänger. Natürlich dürfen wir von der Natur reden, doch tiefer geht das Wort Schöpfung. „Was unbegreiflich ist, ist darum nicht weniger wirklich.“ So schrieb der Naturforscher Blaise Pascal. Die Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Moses (Genesis) ist kein und will kein wissenschaftlicher Bericht sein, sondern ein in die Bilder und Vorstellungen der alten Zeit gebrachter Lobpreis auf Gott und eine Abwehr der Götter, die von Menschen erdacht sind.

Vielleicht sieht Gott seine Erde auch „von oben“ an und weint? In der Schöpfungsbotschaft auf den ersten Seiten der Bibel heißt es am Ende des sechsten Tages: „Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ „Sehr schön“ hat der große Theologe Karl Barth einmal übersetzt. Wie sehr muss Gott an uns Menschen leiden! Auch um uns vor uns selbst zu retten, hat er Christus auf diese Erde geschickt. Es gibt ja nicht nur individuelle Sünden, sondern auch globale und sogar kosmische.

Wer das Wort Gottes in der Bibel liest und glaubt, sollte selber Psalmen dichten und beten. Alle Glaubenden auf unserer Erde müssen zu Gott schreien und zwar so laut, dass es auch jenen Machthabern in den Ohren gellt, die sich den vernünftigen Rettungsprogrammen der Völkergesellschaft immer noch entziehen und weiter an dem Ast sägen, auf dem wir gemeinsam sitzen. Unsere Kinder und Kindeskinder und deren Kinder und Kindeskinder wollen auf dieser Erde leben, wenn wir alle schon längst nicht mehr auf diesem Globus sind. Und durch den Glauben an Jesus Christus im Himmel Gottes sind. Aber noch stehen wir hier auf unserer Erde in Verantwortung. Auch ethisch und politisch und durch unseren „Protest gegen den Tod“ (Blumhardt), den Menschen anrichten.
„Herr, erbarme dich, Christus erbarme dich, Herr, erbarme dich unser aller und deiner wunderbaren Schöpfung...“ Amen.

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