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Atemholen Nr. 627 - 16. Dezember 2018

Die Dunkelheit weicht

Es ziehen dunkle Wolken über das Land. Nicht nur am Herbst- und Winterhimmel, sondern auch im politischen und wirtschaftlichen Leben. Die ganze Völkergesellschaft lebt zurzeit in einer weltweiten Krise.

Die Botschaft des Advent setzt hier einen starken Ton der Ermutigung. Advent heißt Ankunft. Gott kommt an, will ankommen, ist angekommen in unserer Welt, will in uns einkehren. Wir werden provoziert, ermutigt, dass wir Gott einlassen in unser Leben, in die Kirchen und Gemeinden, aber auch ganz konkret in die Planungen unserer Tage und Jahre. Doch keine frommen Täuschungen. Durch den Glauben werden nicht alle Probleme wie Krümel vom Tisch gewischt. Doch dass für Gottes Einkehr empfangsbereite Menschen Gottvertrauen und innere Kraft erfahren können, wird nicht nur in der Bibel berichtet, sondern durch unzählige Menschen bis in diese Stunde erzählt. Niemand kommt ohne Krisen durch sein Leben.

Die Propheten Israels waren starke Gestalten des Glaubens, sie sahen über den Horizont hinaus und in die Herzen der Menschen. Als der Prophet Jesaja auftrat, steckte das Land Juda in der Angst vor der Zukunft. Die politischen Umstände waren bedrohlich. Das kleine Land war umgeben von starken Mächten, die zu allem bereit waren. In diese Lage hinein verkündet der Prophet Zuversicht. Mitten in der Finsternis erscheint ein großes Licht und über den Bewohnern wird es hell. Das ist die visionäre Adventspredigt des Propheten. Lasst euch nicht hängen, fasst Mut. Gott hat euch nicht vergessen, er ist euch näher als ihr ahnt. Vertraut ihm.

Wir leben heute in einer ganz anderen Lage. Doch haben solche Worte eine lange Laufzeit. Der gute Geist Gottes übersetzt sie in die Herzen und Köpfe von heute lebenden Menschen. Uns wird Mut zum Leben gemacht. Die Angst darf uns nicht zerstören. Der Mann, der als „das Licht der Welt“ in diese Welt kam, überwindet die Düsternis in uns. Ich muss keine Angst vor dem Leben haben, Sie auch nicht, denn Gott ist nahe, er kommt, es ist Advent. Es gibt ein Gebet, das in den Kirchen gesungen wird, wir können es auch beten: „Komm o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.“ Die vier Adventsonntage führen uns Schritt für Schritt zum Fest der Geburt Jesu. Gott ist da, ganz nah.

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