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Atemholen Nr. 699 - 1. November 2020

Himmelspost

Emil Zatopeks Himmelsbrief zu Septuagesimae (Sonntag, 5. Februar 2012)

Sportsfreunde wissen, wer ich bin: Emil Zatopek aus Prag, „die tschechische Lokomotive“. Viermal Olympiasieger. 18-mal Weltrekord. „Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“ Mein Motto. Dass ich euch den Himmelsbrief schreibe, verdanke ich einem ökumenischen Jesus-Lauftreff. Was es doch alles gibt. Zwölf begeisterte Läuferinnen lassen im flotten Trab über Stock und Stein ihr Abendlob zum Himmel steigen. Einatmen, ausatmen, Halleluja. So etwa.

Jede von euch macht es anders, jede so auf ihre Art. Aber jede betet. Zwölf Läuferinnen. Zwölf manchmal etwas atemlose Gebete. Zum Beispiel Birgitta: Einatmen Jesus. Ausatmen Christus. Einatmen Jesus. Ausatmen Christus. Das ist alles. Ihre Freundin Lea macht es ausführlicher. Sie murmelt während der ganzen Strecke einen Bibelspruch. Zehn, maximal zwanzig Laufschritte, länger darf der Spruch nicht sein. Oft schneidet sie sich dafür den Wochenspruch zurecht. Heute aus Daniel 9,18: Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine Barmherzigkeit. Kurzfassung beim Laufen: Nicht unsere Gerechtigkeit, sondern deine Barmherzigkeit. Nicht unsere Gerechtigkeit, sondern deine Barmherzigkeit. Nicht unsere Gerechtigkeit, sondern deine Barmherzigkeit. Ganz oft. Eine ganze Stunde lang. Auch bergauf. Manchmal erfindet sich Lea dazu eine Melodie. Bergab singt sie.

Ganz anders macht es Ann-Marie. In ihrem knallbunten Laufdress ist sie kaum wiederzuerkennen. Bei ihr reicht es unterwegs für einen ganzen Rosenkranz. Je nach Kondition nimmt sie den Schmerzhaften oder den Freudenreichen. Bei schönem Wetter den Glorreichen. Normalerweise trägt Ann-Marie ihre schwarzweiße Tracht. Sie gehört einem Orden an und arbeitet in einem Pfarrbüro.

Rita ist neu dabei. Ihre Gebete sind geballte Wut. Laufen tut ihr gut, vor allem bei schlechtem Wetter und bergauf. Sie kämpft und schwitzt und hadert mit ihrem Schicksal. Manchmal heult sie unterwegs. Aber sie will nicht aufgeben. Hilf mir, Jesus, hilf mir, Jesus, verdammt nochmal, nun hilf mir doch. Lass mich nicht allein. Alleine schaff ich's nicht. Ich schaff es nicht. Ich schaff es doch. Ich schaff es nicht. ich schaff es doch...

Du schaffst es. Gut, dass du mit uns läufst. Bärbel läuft neben ihr. Sie ist Pastorin und bringt meistens den biblischen Impuls mit. Bärbel hat den Lauftreff ins Leben gerufen. Weil sie selber gern läuft. Und weil sie sich unterwegs schon die halbe Sonntagspredigt ausdenken kann. Bärbel hat Rita eingeladen. Das wird dir gut tun. Volltreffer.

Aber wieso soll ich euch ausgerechnet heute schreiben? Es ist doch keine Olympiade. Keine WM. Und ich habe auch keinen Ehrentag, weder runden Geburtstag noch runden Todestag. Ich fühle mich sowieso nicht zum Briefeschreiben berufen. Erst recht nicht bibelbewandert. Ist es wegen dem Lesungstext? Klar, wegen dem Lesungstext. Paulus an die Korinther: Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt. Jeder Wettkämpfer lebt völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen. Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt; vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde. (1.Korinther 9,24-27) O.k. - Thema passt.
Bärbel hat es euch vorgelesen und vorsichtshalber dementiert. Sie lebe ja nun wirklich nicht enthaltsam. (Allgemeines Kichern.) Auch nicht züchtig, was immer das sein heißt. Aber vermutlich habe es Paulus auch nicht so gemeint. (Augenzwinkern.) Wenn ich in den Himmel komme, werde ich ihn fragen. (Bravo-Rufe)

Wie zu erwarten war, gingen die aktuellen Gebete vom Lauftreff reihum. Ein Läufer soll schreiben, einer mit Moral und Linie. Ein Kämpfer mit Biss. Emil! Ich also. Die Mädels vom Lauftreff freuen sich bestimmt. Und nicht nur sie. Wenn dir nichts einfällt, flüstern wir dir was zu. Wir, Gewinner und Verlierer, Athleten und Trainer, und natürlich wir, die Aufrechten vom Prager Frühling. Auch Václav Havel ermuntert mich. Mit solchem Rückenwind ist gut schreiben. Ja, der Prager Frühling war meine größte Stunde. Größer als die Siege in London, Brüssel und Helsinki. Nicht, als ich auf olympischen Treppchen stand, war ich einer im Geist Jesu, sondern als ich am 20. August 1968 auf einen Panzer kletterte, ich, ein tschechischer Offizier in Uniform, der aufmüpfig und deutlich die sowjetischen Waffenbrüder heimschickt. Erfolglos zwar, aber das Ziel vor Augen: Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit. Jahre später sagte mir einer: Da warst du wie ein Prophet, Emil, aufrecht wie ein Prophet.

Sie wollten mich fertigmachen. Sie schlossen mich aus Partei und Armee aus. Der Vorzeige-Volksheld Emil wurde ein Hilfsarbeiter. Die Panzer waren stärker. Damals. Aber die Wahrheit war auf meiner Seite. Nicht Erfolg oder Misserfolg waren entscheidend, nicht Siegen oder Verlieren, sondern die Treue zum Weg, die Treue zum Ziel. Paulus klopft mir zustimmend auf die Schultern. Darauf darfst du stolz sein, Emil, lächelt Paulus. Und er zeigt mir einen anderen Bibeltext, auch für diesen Sonntag. Gotteswort im Mund des Propheten Jeremia: So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums. Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HERR. Könnte von dir sein, sage ich zu Paulus.

Das also wäre geistliches Leben im Sport allgemein und speziell beim Laufen. Nicht Erfolg oder Misserfolg sind entscheidend, nicht Siegen oder Verlieren, auch nicht euer Tempo, eure Leistungssteigerung, euer Pensum. Mein Tipp: vergleicht euch nicht. Das macht nur Stress. Was zählt, ist die Treue zum Weg, die Treue zum Ziel. Umso schöner, wenn ihr müde und zufrieden ankommt. Umso schöner. Belächelt nicht die Schnecken, die bei euch nicht mitkommen. Vielleicht können sie einfach nicht so schnell. Auch wer hinkt, kommt vorwärts. Hauptsache: zielbewusst.

Ihr lauft mit Jesusgebeten im Herzen. Gut. Andere laufen ohne, einfach so. Nicht einfach, aber einfach so. Manche quälen sich, und wer ihnen auf dem Waldweg begegnet, will kaum glauben. dass sie glücklich sind. Sie sind es, denn sie sind unterwegs und tun das Richtige. Du musst nicht danach aussehen. Wenn du mich beim Marathon gesehen hättest... - die Lokomotive. Ich rackerte und ackerte, fuchtelte mit beiden Armen, schnaufte, keuchte, stöhnte. Als wäre ich kurz vor dem Kollaps. Aber ich kam ans Ziel auf meine Art.

Bevor ich schließe, soll ich noch ein anderes Bibelwort zitieren. Da lief einer zwar nicht Marathon, aber doch ziemlich weit, und kaum im Bummeltempo. Schon wieder ein Prophet: Elija auf der Flucht durch die Wüste. Er läuft und läuft und ist k.o. Was ihm jetzt hilft, weiß der Engel: „Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.“ (1Kön 19,7)

Ist es nicht bemerkenswert, wie ähnlich Beten und Laufen sind? Nicht nur die Zwölf vom Jesus-Lauftreff haben es kapiert. Gönn dir jeden Tag ein Stückchen. Gut für die kurzen Dicken, gut für die langen Dünnen. Die einen zeigen Muskeln, die anderen Krampfadern. Ob so oder so: Machs dir im Training schwer, dann wird es im Wettkampf leichter. Lass dich nicht gehen. Geh!

Kleine Tipps von deinem Brieffreund im Himmel:
Emil Zatopek

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