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Atemholen Nr. 727 - 16. Mai 2021

Kirchen

In Schottland findet man scheußlich viele Kirchenruinen. Irgendwann müssen hier die religiösen Radikalinskis gehaust haben, ein sonderlich sparsamer Puritanismus, über den Chesterton bissig bemerkt, dass man »lieber in einer Scheune als in einer Kathedrale betet, und zwar aus einem einzigen Grund, weil die Kathedralen schön sind. « Oh ihr Katholischen mit eurem Brimborium, höre ich manchmal die späten Nachfahren jener Leute sagen, die uns Vorwürfe machen, weil wir's gern schön haben, als ob eine künstlerisch geglückte Kirche sündhaft wäre. Unsinn, sage ich mir dann und halte es mit den Philosophen der Antike und Renaissance, genieße Dome und Krypten, Glasfenster und Fresken, moderne Konstruktionen und bäuerliche Volkskunst und finde etwas Schönes schön und nenne Hässlichkeiten hässlich, wobei ich mich manchmal wundere, wie viele Hässlichkeiten auf engem Raum beisammen sein können, und wieso manche Leute sich darin wohlfühlen. Was wahr und was gut ist, haben jene Philosophen noch gewusst: das wird auch schön sein. Ob es auch teuer sein muss, ist eine andere Frage. Ich räume sogar gern ein, dass manche vor einer Gipsmadonna herzlicher beten können als vor einem Chagall. Wenn Kitsch schön ist, wenn eine Dorfkirche Glauben weckt, soll's recht sein. Es geht nicht um Ästhetizismus und die Ansprüche irgendeiner gehobenen Mittelschicht, sondern um schöne Kirchen. Es geht um Bilder, Säulen, Türme, Stufen zum Altar und jene Atmosphäre, die einen Raum zur Kirche macht.

Was macht eigentlich einen Raum zur Kirche? Waldlichtungen können wie eine Kathedrale wirken, und manche kuscheligen Gemeindezentren sind so, dass man sich sofort wie zuhause fühlt. Deshalb sind manche inmitten dieser wirtschaftlichen Mehrzweckräume unglücklich. Sie können nicht richtig andächtig werden, es fehlt ihnen das gewisse Etwas, vielleicht zwei Stufen hinauf zum Altar, ein Gewölbe und der feierliche Hall ihrer Schritte. Sind sie verwöhnt? In Lateinamerika kann man auch in Wellblechbaracken Gottesdienst feiern. Aber das ist nicht das Problem. Selbst im größten Mangel haben die Menschen sich an Kunstwerken versucht; und die Zeit der Kathedralen war gewiss arm dran. Als Gott noch Lebensmittelpunkt war, war das Beste gerade gut genug. Steinhausen, ein winziges oberschwäbisches Dorf, hat eine größenwahnsinnig schöne Barockkirche. Heute dünkt uns allein der Unterhalt jener Bauten verrückt. Wir planen wirtschaftlich, zweckmäßig. Unsere Religion folgt den Gesetzen der Ökonomie. Und heimelig soll's auch noch sein, beheizbar, und mit einer perfekten Lautsprecheranlage. Irgendwas ist schief geworden. Zumindest anders.

Ob Gott gern in Kathedralen wohnt? Die Geschichte mit dem legendären Stall von Bethlehem weist in eine andere Richtung. Ihr selbst seid die Tempel, die lebendigen Bausteine. Zelte entsprechen dem wandernden Wüstengott Israels besser. Die Bezeichnung Gotteshaus führt in die Irre. Es gibt heute Schalterhallen großer Banken, die jede moderne Kirche in den Schatten stellen. Vielleicht musste sich unsere Architektur ändern, um nicht ständig verwechselt zu werden. Gotteshaus? Sagen wir: Menschenhaus, aber ein Haus mit einer ganz bestimmten Zielsetzung. Ob man drinnen gut beten kann, andächtig werden, fromm sein, miteinander Gottesdienst feiern, ist der springende Punkt. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen, war eine praktische Devise Jesu. Ihm folgend betrete ich Tempel und Synagoge, gerate aber auch ins Dirnenviertel, ins Krankenquartier, in Wüsten und Bergland. Nirgends spüre ich aber aus seinem Verhalten jene Arroganz heraus, die aus dem Bethaus eine Räuberhöhle macht. Der menschgewordene Gott lacht uns nicht aus, wenn wir im Quadratmetergeiz moderner Mietwohnungen wenigstens einen großen Raum pflegen, der die Seele ins Weite führt, öffnet und einstimmt auf das, was wir so Himmel und Herrlichkeit nennen.

Der Gott der schönen Kirchen ist nicht alles, vielleicht nur der festliche Aspekt des Glaubens. Im schwesterlichen Teilen, in Solidarität und Kommunikation sind wir dem Vater Jesu vielleicht näher als unter der Kuppel der Peterskirche, zumal schlendernde Touristen mit Händen in den Hosentaschen oder an der Minolta sich in Versailles genau so gut machen. Sage mir, wie erhaben dein Gott ist, und ich sage dir, wie wenig er dich angeht. Ein Psychologe hat uns mit diesem Slogan vor Jahren aus dem Konzept gebracht. Heute würde ich ihm gern erwidern: Sage mir, wie oft du in die Kirche gehst, und ich sage dir, was dich unsere Kirchen angehen. Manchmal will meine niedergedrückte Seele erhoben sein und sucht heraus aus jenem gemütlichen Mief in die kühle Ungemütlichkeit des Sakralraums.

Nicht gesagt, dass man in schönen Kirchen Gott findet. Man kann da brutal verlassen sein. Und dennoch glaube ich an die Infektion. Räume, in denen viel gebetet wird, können anstecken. Es kommt darauf an, wie hart die Abwehrmechanismen gebaut sind. Der Keim dringt besonders durch offene Wunden ein, durch Schwachstellen. Sei froh daran, es macht dich menschlich. Nur eines noch: Wenn Kirchen Museen geworden sind, geht gar nichts mehr.

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